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Don't Look Down

Label: Bob Media (2006)

Mit Vivian kommt mal wieder eine Gruppe aus dem Land der Eidgenossen nach Deutschland. 1998 gegründet und gleich den Titel Newcomer des Jahres in Luzern abgeräumt, bekam die Truppe schnell ihren ersten Plattenvertrag. Sie gaben mit „V“ ihr Debüt und machten ihre zweite Platte gleich bei einem Major Label, nämlich Warner. Es folgten zahlreiche Supportslots bei bekannten Rock und Pop Acts, wie den Cranberries, Lenny Kravitz oder Avril Lavigne. Sogar eine Tour im Staat der bekanntesten Punkrockgruppen Amerikas, Kalifornien, haben die Jungs realisieren können. Nun kommt der nächste Schritt, das dritte Album, in das man seine gesamte Erfahrung, sein ganzes Können und auch die Bandphilosophie einfließen lies.

Nach einem ganz kurzen Intro, geht es los mit der Musik. ‚Fair Is Fair’ zeigt das breite Spektrum aus Rock, Funk und Punkrock aus dem Vivian seine Musik zusammenbaut. Da passt alles zusammen etwa wie bei System Of A Down oder der Bloodhound Gang, die ebenfalls keine Lücken oder Unstimmigkeiten in ihrer Musik haben, obwohl sie diverse Stile oder Stilmittel einfließen lassen. ‚ C'mon C'mon’ ist ebenfalls ein eingängiges und gute Laune schaffendes Stück, das zum Titel des Albums passt, nicht nach unten zu schauen. Humor haben die Jungs auch, sonst hätten sie kein Stück über den Helden ‚Flash Gordon’ gemacht, dass mit diversen Kniffen sehr passend gestaltet wurde. Ein paar Ohrwurmqualitäten hat ‚It’s So Funny’, der aber keineswegs poppig daherkommt, wie es bei den Labelkollegen von Aim der Fall ist. Bei Vivian wird abgerockt was das Zeug hält und man merkt den Jungs an, dass sie ihre Instrumente nicht erst seit gestern benutzen. Auch wenn ein paar Balladen auf der Platte zu finden sind, so ist der Gros an Tracks alternativer Rock vom Feinsten, der von der ersten Minute bis zum Ende ein konstantes Tempo findet mit dem der Hörer auf Touren gebracht wird.

Bei der Qualität von „Don’t Look Down“ muss man sich nicht wundern, warum Warner seinerzeit eine Platte der Schweizer veröffentlich hat. Die Band war aber wohl doch zu unabhängig für das Majorrooster, weshalb es wohl zu Trennung kam. Umso besser, denn so kann Vivian die eigenen, wirklich guten Ideen verwirklichen. Unbedingt mal reinhören!

Winfried Bulach






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