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Unisonic

Label: earMusic (2012)

Geschlagene 24 Jahre sind vergangen, seitdem Michael Kiske und Kai Hansen zusammen bei Helloween agierten, bevor sich die Wege der Beiden trennten. Seitdem wartet ein nicht kleiner Teil der Metalgemeinde auf eine Reunion, was nun in Form von Unisonic endlich Gehör fand. Neben Kiske und Hansen sind auch die weiteren Bandmitglieder keine Unbekannten: Mandy Meyer (ex-Gotthard), Dennis Ward und Kosta Zafirou (beide Pink Cream 69) komplettieren die Truppe, die nun mit dem gleichnamigen Album ihr Debüt vorliegen.

Wer sich vorab das Video zum ersten Song 'Unisonic' angeschaut hat, dürfte mit großen Erwartungen auf den Release dieser Scheibe gewartet haben, sprühte der Song nur so von Power, starken Riffs und der unvergleichlichen Stimme von Michael Kiske. Leider macht sich nach dem Durchlauf der restlichen Stücke ein wenig Ernüchterung breit: Unisonic ist alles andere als die neue Powermetal-Allstar-Combo, die man im Vorfeld noch erwarten durfte. Die Scheibe geht ganz klar in die Melodic Metal / AOR Schiene rein. Schnelle Tracks wie den Opener sucht man auf diesem Album vergeblich, hier regieren midtempodominante Rock Songs, die weniger durch Härte und Geschwindigkeit glänzen, sondern ganz klar etwas zu glatt gebügelte Melodien in den Vordergrund stellen. Das die Songs nicht schlecht umgesetzt wurden, steht außer Frage. Tracks wie das munter fröhliche 'Never Too Late' oder das treibende 'I've Tried' sind wirkliche Highlights, die man schon nach wenigen Durchgängen auf Grund Ihrer Eingängigkeit mitträllen kann. Leider haben sich auch einige Lückenfüller eingeschlichen, hier sind u.a. die Ballade 'No One Ever Sees Me' (absolut belanglos) sowie 'Star Rider' (an Kitsch nicht zu überbieten) zu nennen, die den guten Eindruck wieder ein wenig nach unten korrigieren. Diese Schwankungen ziehen sich durch das komplette Album durch. Nichtsdestotrotz beweist Kiske, dass er nach wie vor mit der Ausnahmesänger ist und schon allein durch sein Charisma die Songs eine Stufe höher hebt.

Nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Es bleibt abzuwarten, wie die Kombination Kiske/Hansen und vor allem deren musikalische Vorlieben (Speed vs. Rock) in Zukunft bei dieser Band unter einen Hut gebracht werden. Unisonic, die Zweite; ich warte.

Oliver Bender