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Evilusion

Label: Universal (2004)

Woher kommen Bands die von deutschen Labels gesignt werden? Richtig, nicht aus Chile, doch genau aus dem Land, das sich an der südamerikanischen Westküste entlang schlängelt, stammen Undercroft, eigentlich. Denn mittlerweile ist die Band mal eben nach Deutschland umgesiedelt, lebte vorher kurzzeitig in Schweden, wohl auch um sich neue, musikalische Perspektiven zu eröffnen. So sind die Amis nicht die ersten, die diesen Schritt wagen, bereits ihre Landsleute von Criminal beschritten diesen Weg vor einigen Jahren.

Mit ihrem Album „Evilusion“ setzen die Südamerikaner auch gleich eine sehr erfreuliche Duftmarke. Geradliniger Death Metal mit Thrash Einflüssen, wer denkt bei der Herkunft nicht auch gleich an Sepultura (auch wenn es geographisch Schwachsinn ist, aber man macht sich die Welt eben kleiner) und siehe da, da haben wir auch schon den markantesten Einfluss. Dabei würde ich die „Schizophrenia“-„Beneath The Remains“-Ära der Brasilianer als genauere Eingrenzung bieten. Richtig oldschool brettert das Album aus den Boxen, siebzehn Songs, elf reguläre, drei Bonustracks und dreimal live, und lässt bei gediegener Produktion (Herr Bergstrand) direkt Haareschütteln zu. Denn trotz unüberhörbarer Einflüsse zeigen Undercroft ein gutes Gespür für groovende, harte Death/Thrash Songs, die alle kaum länger als drei Minuten geworden sind. Es gibt direkt auf Schnauze und zwar gekonnt, einige Hänger sind zwar dabei, aber es ja auch noch nicht Weihnachten. Für das europäische Debüt dieser Band ist die Scheibe tatsächlich gelungen. Roh, treibend gespielt,macht es einfach Spaß diese energiegeladene Musik zu hören. An Songs sticht ‚Fake Messiah‘ besonders hervor, aber die Platte als Ganzes (erste 11 Tracks) ist über dem Durchschnitt, da immer noch gilt, besser gut geklaut, als schlecht selbst geschrieben. Eine Tour mit Brasiliens Fußballfreaks wäre ein Traum. So sind alle Fans gehalten reinzuhören, sehr ordentlich.

Christian Kremp






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