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Them Crooked Vultures

Label: Sony (2009)

Schon im Vorfeld der Veröffentlichung waren zwei Dinge klar: Eine solche Supergroup aus Musikern unterschiedlicher Generationen würde nicht sang- und klanglos untergehen und es würde - egal wie das Produkt dann klingen würde - jede Menge Nörgler geben - und sei es nur, dass hohe Erwartungen eben leichter enttäuscht werden können als keine...

"Them Crooked Vultures" ist nicht der Überflieger geworden, den man von diesen Namen hätte erwarten können. Aber: Es ist eine mehr als solide Scheibe geworden, die den Vergleich mit den Werken junger und hungriger Künstler nicht zu scheuen braucht. Zum Glück klingt die Band eher wie eine Mischung aus Queens Of The Stone Age und Led Zeppelin und hat wenig mit Nirvana zu tun. Naja, man hat ja schließlich einen guten Gitarristen an Bord, daher konnte es unmöglich nach Nirvana klingen...

Vor allem die dezente aber brillante Arbeit von Led Zeppelin Bassist John-Paul Jones setzt auf dieser Platte für mich die eigentlichen Akzente. Er beweist auch auf dieser Scheibe (wie schon auf seinen beiden göttlichen Soloausflügen der 90er Jahre "Thunderthief" und "Zoom"), dass eine Reunion von Page und Plant vor einigen Jahren mit ihm an Bord besser funktioniert hätte. Aber egal. Wenn man die erste - etwas gewöhnungsbedürftige - Nummer 'No One Loves Me & Neither Do I' überstanden hat, dann geht es stetig bergauf.

Natürlich sind das keine echten Mitsinghymnen, aber trotzdem setzen sich die Lieder nach mehrmaligem Hören gut fest. Alle, die ein schnelles Hitalbum erwartet haben, sollten dieser Platte mehrere Durchläufe gönnen, bevor sie sie vorschnell als Bierdeckel verwenden. Wenn sie das tun, werden sie feststellen, wie schwer der Silberling irgendwann aus dem CD-Player herauszubekommen ist.

Frank Scheuermann