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Biography Obscene

Label: Indie Recordings (2007)

Tulus, ja, da sollte man erst einmal erwähnen, dass es sich bei dieser Formation um altbekannte Heroen des nordischen Black-Metal handelt. Das Line-Up liest sich so: Sverre (Khold, Sensa Anima, Old Mans Child / v & g), Victor (TNT / b) und Bergli (Khold, Sensa Anima, Old Mans Child / d). Zu mindest Old Mans Child sollte dem ein oder anderen ein Begriff sein...

Nach sehr vielen Jahren im Osloer Underground sind sie nun diesem "Schatten-Dasein" entsprungen und präsentieren ihren klassischen norwegischen Black-Metal einer breiten und bereitwilligen Basis. Aber im Gegensatz zu manch anderer Kapelle, ist bei Tulus auch die Zeit nicht spurlos vorüber gegangen. Die Zeit prägt eben und so finden sich auch bei Tulus Fenale Vocals als auch Streicher wieder. Das ist aber gerade das Salz in der Suppe, was dieses Album zu einem besonderen macht. Wobei gesagt werden muss, dass viele skandinavische Bands den Epic-Touch verfallen sind. Bei diesem Album handelt es sich nach Aussage der Protagonisten um ein Konzeptalbum - das geht auf Leute. Geiler Norwegian Black Metal mit Piano, Hörnern und Female Vocals.

Als Anspieltipp würde ich euch das Intro sehr ans Herz legen, 'Prelude', denn hierbei finden sich bis auf die Female Vocals alle bisher erwähnten "Neuerungen" wieder. Des Weiteren wird hier schon mal die entsprechende düstere Atmosphäre aufgezeigt in der sich die darauffolgenden Songs bewegen werden. Natürlich finden sich als bekannte Black Metal-Riffs und die zermürbenden Schlagzeug-Attacken. Ein anderer Tipp wäre 'Morbid Curiosity'. Dieser Song zeichnet sich durch seine Prog-Einflüsse aus und durch die Gitarrenparts, welche man als kurz Soli bezeichnen könnte. Ab und an sind sogar Violinen Soli zu hören, an Stellen an denen normalerweise Gitarrensoli zu finden sind.

Alles in allem, haben Tulus ein sehr anspruchvolles Album, mit komplexen Songstrukturen und vielen "ungewöhnlichen" Instrumenten eingespielt. Ein Leckerbissen für jeden Black-Metal-Fan. Hört rein!

Car Sten