Reviews

Ziltoid The Omniscient

Label: InsideOut (2007)

Wenn dermaleinst das Buch der bizarren Rockmusiker publiziert wird, führt meiner Meinung nach kein Weg am Eintrag des Kapitels "Devin Townsend" vorbei. Der kanadische Exzentriker bediente bisher die unterschiedlichsten Zielgruppen, von Freunden übelster Knüppelorgien bis hin zu gepflegten Pink Floyd Verehrern. Mit seinem ersten echten Soloalbum macht er sich zielstrebig auf, das eine Genre mit dem anderen irgendwie zu verknüpfen. "Irgendwie" schreibe ich, weil es sich um eine Devin Townsend-Scheibe handelt und dieser Herr noch nie etwas auf dem herkömmlichen Weg erledigt hat (vermutlich kackt er auch im Kopfstand…). Das Erste, das an der neuen Platte auffällt ist das Cover. Es ist gestaltet, wie ein Science Fiction Comic, dessen Umschlag von einer Alienpuppe geziert wird, die aussieht wie eine Mischung aus Gonzo aus der Muppet Show und den Marsianern aus Mars Attacks.

Die (angeblich) ernst gemeinte Geschichte um Ziltoid, eine Puppe, in die menschliche Wünsche und Phantasien projiziert werden habe ich in letzter Konsequenz nicht wirklich verstanden. Viel wichtiger erscheint mir jedoch die Musik, die eine Verbindung von Musical-Erzählstil mit allen Elementen, die man auch von Strapping Young Lad und der Devin Townsend Band kennt, darstellt.

Jeder, der mit dem exzentrischen Kanadier in der einen oder andern Formation etwas anfangen kann, wird wieder einmal grinsend und grübelnd vor seiner Anlage sitzen.

Frank Scheuermann