Reviews

Exit Elvis

Label: Edel (2002)

Gary Cherone: Was er anpackt, wird zu Gold. Die Chronologie seiner musikalischen Laufbahn untermauert diese These auf eindrucksvolle Art und Weise: weltweite Erfolge mit seiner Band Extreme, Gigs mit den größten Bands der Geschichte (Queen, Metallica, Aerosmith usw.), Hauptdarsteller in dem Musical „Jesus Christ Superstar“, Songwriter für Filmmusik sowie Nachfolger von Sammy Hagar bei den Rockgiganten von Van Halen. Dieser Mann zieht den Erfolg magisch an, deshalb wäre es auch umso verwunderlicher, wenn seine neue Band Tribe Of Judah in dieser glanzvollen Karriere eine Ausnahme bilden würde. „Exit Elvis“ heißt die erste Scheibe der vierköpfigen Combo, der auch die beiden früheren Extreme Mitglieder Pat Badger (b) und Mike Mangini (d) angehören. Die Formation bekam für dieses Album bei den Boston Music Awards den Preis für die außergewöhnlichste Rock Band, hört man sich die Scheibe an, verwundert das einem wahrlich nicht. „Exit Elvis“ ist ein Album im Gewand von elektronischen Beats, aggressiven Vocals und stampfendem Rock gepaart mit einer Fülle von atmosphärischen Melodien. Die Songs hätten auch hervorragend als Filmmusik für Blade Runner gedient, denn sie erzeugen eine düstere und unheimliche Stimmung, eine Mischung aus Furcht und Mystik zieht sich wie ein roter Faden durch das Album. Gary ruft auf dieser Scheibe sein ganzes Können ab, mal aggressiv, mal nachdenklich oder melancholisch haucht er den Stücken Leben ein, des Öfteren wird auch mit verzerrten Stimmmustern gearbeitet. Kein Song ähnelt dem anderen, auf der Scheibe sind sowohl krachende Rock Nummern (‚Left For Dead’, ‚In My Dreams’) als auch verschachtelte, tiefgründigere Stücke (‚No One’, ‚East Of Paradise’) vertreten, stellenweise erinnert ‚Celibate’ aber vor allem ‚Ambiguous Headdress’ ganz stark an Depeche Mode. Symptomatisch für die Vielfältigkeit des Albums steht zum Abschluss der Titeltrack: Jazz Einflüsse, Violinen, Klavier und weiblicher Gesang verschmelzen in einem Meer aus musikalischer Klasse.
„Exit Elvis“ ist ein faszinierendes Album, mit dem Gary Cherone sein Talent für fesselnde Songs einmal mehr beweist!

Oliver Bender






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