Reviews

Rocking The USA

Label: Frontiers Records (2005)

Bei Mike Tramp's White Lion muss man nicht nach den Songs fragen (die kennt der Freund melodischen Metals längst). Vielmehr geht es um die ewig gleiche Frage nach der Besetzung innerhalb der Band. Nun, nehmen wir es gleich vorweg: außer Tramp und Michael Wagener als Produzent findet sich niemand von der klassischen Kimba-Zeit wieder. Aber: die Songs rocken so frisch, wie man sie damals nie gehört hat und wie es der damalige Zeitgeist, der eher an Löwenmähnen als an löwenstarkem Metal interessiert war, niemals zugelassen hätte. Vergessen sind Mike Tramps (extrem gelungene) Ausflüge in (Pseudo-) Grunge-Gefilde (mit Freak Of Nature) oder seine Versuche, einen dänischen Bruce Springsteen abzugeben. Die neuen Interpretationen sind durchaus werkgetreu, aber sie nehmen sich die Freiheit, holpriger und rockiger rüberzukommen. Und das tut ihnen gut. Im Gegensatz zur letztjährigen Mausoleum-Veröffentlichung „The Last Roar“, die zahnlose, vegane Kost an den Fan zu bringen versuchte, klappt auf „Rocking The USA“ einfach alles. Kein Hit der 80er / 90er wird vermisst und auch Mike Tramp’s Lieblingssong der 70er (Golden Earrings ,Radar Love') wird neuerdings entstaubt!

In dieser Form dürfen White Lion gerne auch nach Deutschland kommen - egal in welcher Besetzung!

Frank Scheuermann