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Storm Alert

Label: Escapi Music Group (2006)

Wenn ein Thrash-Album schon 17 Jahre auf dem Buckel hat, kann man als Fan getrost davon ausgehen, daß das Material noch nicht Opfer der Neuzeit geworden ist, sondern sich eher im Umfeld von Acts wie Forbidden, Testament, Slayer oder Death Angel bzw. Dark Angel tummelt. Und genau das ist das gute an „Storm Alert“. Die Platte wurde bereits 89 aufgenommen und konnte in England über Indi-Labels einige Abnehmer finden. Richtig offiziell veröffentlicht wurde sie bisher aber nie, da die Thrash-Welle zu dieser glorreichen Zeit leider schon am Abebben war und richtige Labels eher am aufkommenden Death Metal-Boom Interesse zeigten. Nun, unter der Leitung Neil Kernon´s (Priest, Nevermore und viele andere) und Alan Douches (u.a. Sepultura) neu abgemischt, schlägt das Teil jetzt endlich offiziell in der Szene ein. Und man merkt den Texanern deutlich ihre Vorliebe für u.a. Slayer, Infernal Majesty und auch Teutonen-Bands wie Destruction oder Kreator an. Auf der anderen Seite sind aber auch Legenden wie Iron Maiden keine Unbekannten, und so hört man auch mal das eine Zitat in Richtung traditionellen Metals. Bei dem bekloppten Anfang von ‚Slay Ride’ könnte man fast meinen, dass auch Macabre mal kurz im Studio vorbeigeschaut haben, bevor das an uralte Slayer-Großtaten erinnernde Massaker seinen Lauf nimmt. Der folgende Ultra-Thrasher „Terror Kingdom“ klingt dann gar wie eine großartige Mischung aus Dark Angel zu „Darkness Descends“-Zeiten und der ersten Evildead und lässt gehörig den Nacken kreisen.

Das einzige, das über einige Strecken etwas störend wirkt, ist die ellenlange Spielzeit der meisten Tracks. Ein Thrash-Song über 10 Minuten wird nun mal häufig mit der Zeit etwas langweilig (‚Dwell Into Surreality’). Statt über 6 Minuten hätten es auch die normalen 4 Minuten getan. Ansonsten ballert „Storm Alert“ wie aus einem Guß und versetzt den Thrasher in die gute alte Zeit zurück. In Zeiten, in denen Thrash noch nicht mit Hardcore-Geshoute gleichgesetzt wurde.

Michael Meyer






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