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TMG 1

Label: Frontiers Records (2004)

Wer erinnert sich nicht der Verpackungshinweise und der mit eindrücklicher Stimme gesprochenen Warnung unser Altvorderen: “Wer Rockmusik nachmacht oder verfälscht, oder sich nachgemachte oder verfälschte Rockmusik besorgt oder verschafft oder nachgemachte oder verfälschte Rockmusik in Umlauf bringt ist ein Japaner!“

Nun, dass man mit dieser prinzipiellen Warnung gar nicht so sehr daneben gelegen hat, beweist eindrücklich die Geschichte (man denke nur an -oh Gottogottogott- Yoko Ono! Auaauaauaaua!) und muss nicht weiter belegt werden (rühmliche Ausnahmen: Tetsu Yamauchi von Free und den Faces und Stomu Yamach’ta von den Progressive Rockern Go).

Nun hat sich eine neue Formation aufgemacht, all unsere Erfahrungswerte mit einem Handstreich als rassistisch motivierte Frechheit abzutun! Und, zu meiner Schande muss ich gestehen: ja ich leiste Abbitte! Ich bin unwürdig und diese Veröffentlichung zeigt es. Tak Matsumoto, Gitarrenvirtuose (okay Virtuosen gab es dort schon immer, aber einem Japaner beim Bluesspiel zuhören zu müssen grenzte schon immer an Folter!), Namensgeber und Bandleader hat eine tolle Mannschaft um sich versammelt, um zu zeigen, dass das Land der aufgehenden Sonne mehr zu bieten hat, als Geishas und Sushi.

Mit Eric Martin (lead vocals, ex-Mr Big) hat er einen der profiliertesten Hardrocksänger der 90er Jahre anwerben können, am Bass steht mit Jack Blades (ex-Night Ranger, Damn Yankees) ein weiterer bekannter Musiker auf der Gehaltsliste, und die Kessel rührte keine geringere, als Lenny Kravitz’ langjährige Drummerin Cindy „wer-hat-eigentlich-behauptet-vor-mir-den-Afrolook-erfunden-zu-haben?“ Blackman.

Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Treibender Hardrock, der stets effektiv aber nicht effekthascherisch in Szene gesetzt wird, wechselt ab mit leicht progressiven Elementen. Und darüber steht stets eine klare Melodieführung, die den Hörgenuss vervollständigt. Also: wenn Ihr ein wenig Zeit habt, im lokalen Plattenladen ein wenig Zeit in gute Musik zu investieren, dann lasst diese Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen. Denn dann werdet auch Ihr erleben, dass es solche Warnhinweise auf CD Hüllen in Zukunft nicht mehr braucht!

Frank Scheuermann






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