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Battering Ram

Label: UDR (2015)

Saxon zählen zu den nahezu unverwüstlichen Veteranen der damaligen NWOBHM. Unendlich viele Klassiker sind aus ihrer Feder geflossen. Dabei hat die Band es stets vermieden, das Ruder in die eine oder andere Richtung zu gravierend herumzureißen. Mal war es mehr der reine Heavy Metal, mal etwas boogie-beeinflusster Hardrock, in den 80ern auch mal für eine kurze Zeit eher am amerikanischen AOR orientiert. Aber stets waren die typischen Twin-Gitarren und Biff Byfords ultratypische Vocals, die Saxon einen unverwechselbaren Charme verliehen haben.

Nach einigen sehr traditionell klingenden Scheiben haben sich die Nordengländer nun entschlossen, mit "Battering Ram" eine Platte einzutüten, die sich nahezu ausschließlich auf die metallische Seite der Band besinnt. Rock'n'Roll Elemente sucht man fast vergebens und die ewige Balance ist zugunsten eines zuweilen sehr harten Riffings nahezu aufgegeben worden. Angesichts der vielen Fans modern produzierten Metals ist das sicherlich in kommerzieller Hinsicht eine kluge Entscheidung. Allerdings sind dabei vielleicht die großen Melodien, für die Saxon immer gestanden haben, ein wenig auf der Strecke geblieben.

Im Klartext heißt das, dass ich mich zwar über die neu gewonnene Härte durchaus zu freuen vermag, mir allerdings die Frage stelle, welche der Songs mittelfristig das Zeug zum Saxon- oder gar Metal-Klassiker haben. Und da entdecke ich nicht ganz so viel.

Somit ist für mich "Battering Ram" eine Saxon Platte, die ich mir zwar gerne anhöre, die aber vermutlich im Ranking der besten Saxon Scheiben aller Zeiten nicht auf die vorderen Plätze kommen wird. Trotzdem werden die neuen Nummern wegen ihrer hohen Headbangtauglichkeit auf der anstehenden Tour vermutlich gut angenommen werden. Wie gesagt, eine gemischte Angelegenheit, aber im Zweifel für den Angeklagten!

Frank Scheuermann

7/10 






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