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The Human Condition

Label: InsideOut (2009)

Was wurde im Vorfeld nicht alles spekuliert über Saga nach Michael Sadler. Zugegeben, es ist zunächst kaum vorstellbar, dass jemand den Posten des Mannes übernimmt, der mit seinem dekadent-aristokratischen Gesangsstil den Sound der Band über Jahrzehnte so maßgeblich mitgestaltet hat. Doch andererseits gibt es noch andere stilistische Kennzeichen, die den Klang von Saga so unverkennbar machen: Die spacigen Keyboards, die Stakkatogitarren etc. Und all das ist geblieben. Wenn sich etwas geändert hat, dann ist es die Ausrichtung im Detail. Waren Saga bisher immer eine Band an der Schnittstelle von Pop und Progressive Rock, so schlägt das Pendel im Jahr 2009 eindeutig in Richtung Prog. Die Popelemente treten ganz deutlich erkennbar in den Hintergrund. Rob Moratti, der Neue am Mikrophon, liefert einen guten Job ab, auch wenn er ganz anders klingt als sein Vorgänger und er sich nicht wirklich als unverkennbarer Sänger in den Gehörgängen fest fräsen kann.

Dabei beginnt die CD mit einer kleinen Schonfrist, da der Titelsong auf der Pole Position instrumental ist. So werden die Fans erst einmal an die proggigen Sounds herangeführt und müssen sich nicht von Beginn an mit der neuen Stimme auseinandersetzen. Die Arbeit an den Instrumenten ist überragend und ich freue mich schon, die ausladenden Instrumentalpassagen im Konzert erleben zu dürfen. Ich kann allen Fans nur raten, dieser Scheibe eine Chance zu geben, auch wenn es einige Nörgler geben wird, die Herrn Sadler nachtrauern werden. Aber schließlich kann die Band ja nichts dazu, dass ihnen der Originalsänger abhanden gekommen ist und das Handwerk und das Songwriting sind immer noch exquisit!

Frank Scheuermann






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