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A-Lex

Label: SPV (2009)

Es ist etwa zwanzig Jahre her, da konnte ich Sepultura im Vorprogramm von Sodom auf ihrer (ersten?) Deutschlandtournee begleiten. Damals sang noch Max in dieser brasilianischen Band, die sich in meinen Ohren nie so ganz entscheiden konnte, ob sie denn nun Thrashmetal oder Hardcore machen möchte.

Die neue Scheibe, die meiner Meinung nach trotz aller spieltechnischen Brillanz zu keinem Zeitpunkt an die klassische Zeit anknüpfen kann, hat sich den Romanklassiker "Clockwork Orange" vorgenommen, was ja nicht wirklich eine Novität innerhalb der Rockmusik darstellt. Die Songs wirken zum Teil recht spontan, da sie auch zum Teil bei Live Jams entstanden sind. Noch eine Besonderheit gibt es im Sepultura Camp zu verzeichnen: Es handelt sich bei "A-Lex" (kommt aus dem Griechischen und bedeutet in etwa 'gesetzlos') um die erste CD, die gemeinsam mit dem neuen Schlagzeuger Jean Dollabella aufgenommen wurde.

Versteht mich nicht falsch, "A-Lex" ist keine schlechte Scheibe. Dafür sind die beteiligten Musiker einfach zu ausgebufft und die Balance zwischen schleppenden und herausgeballerten Passagen ist auch ganz gut gewählt. Aber mir fehlen zu häufig die tragenden Melodien. Und da bin ich noch ganz old-school: Es darf nie so weit gehen, dass man gar keine Melodien mehr hört. Außerdem gehöre ich auch den unverbesserlichen ewiggestrigen, denen der Gesang von Derrick Green nicht ganz so gut reingeht. Das erwähne ich nur deshalb, dass alle, die meine Kritik lesen und genau diesen Gesang lieben, meine Bewertung richtig einschätzen können.

Frank Scheuermann






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