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Live

Label: InsideOut (2008)

Nachdem die Kollegen in den letzten Jahren seit Neal Morses Ausstieg nicht müde wurden zu behaupten wie langweilig und schlecht die ehemaligen Vorzeigeproggies denn ohne ihr Mastermind geworden seien, liefern Spock’s Beard mit "Live" ihre zweite Konzertveröffentlichung nach "Gluttons For Punishment" aus der Post-NM-Ära ab. Was soll man sagen? Sie können es noch! Irgendwie drängen sich rein formal Vergleiche zu Genesis auf, die ja schließlich auch einmal den Abgang ihres charismatischen Sängers zu verkraften hatten und diesen dann schlicht und ergreifend durch den Drummer ersetzt haben. Ein ähnliches Vorgehen wurde auch hier bemüht. Allerdings mit einem signifikanten Unterschied: Während sich Genesis mit Phil Collins am Mikro immer weiter vom ursprünglichen Progressive Konzept entfernt haben, bleiben die Bärte ihrer anfänglichen Linie treu. Dass dabei die Verkaufszahlen nicht wirklich gestiegen sind ist nicht unbedingt ein Zeichen für schlechter werdende Qualität!

In gewohnter Spielfreude werden Songperlen aus allen Schaffensphasen der Band zum Besten gegeben, wobei natürlich ein leichter Schwerpunkt auf der letzten Studioscheibe "SB" aus dem Jahre 2007 liegt. Mittlerweile hat Nick D'Virgilio seine Rolle als Frontmann komplett angenommen und zelebriert regelrecht seine Auftritte zwischen zweitem Schlagzeug, Gitarre, Keyboard und Mikrofon.

Somit möchte ich zumindest für mich das vorläufige Fazit ziehen, dass Spock’s Beard es geschafft haben, sich von ihrem ehemaligen Vordenker zu emanzipieren und ihr eigenes Ding durchzuziehen imstande sind. Ende Juni können wir dann den direkten Vergleich mit Neal Morse ziehen, der dann mit seiner Martin Luther Inszenierung "Sola Scriptura" ebenfalls eine Live DVD aus dem Ärmel ziehen wird. Mögen der Bessere gewinnen! (Merkt man eigentlich meinen letzten Bemerkungen an, dass diese Rezi während der Fußball EM geschrieben worden ist...?)

Frank Scheuermann 






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