Reviews

Christ Illusion

Label: Warner Music (2006)

Alle Jahre wieder beehren uns die kontroversen Amerikaner mit neuen Outputs. Waren die beiden letzten Alben eher weniger stark, konnte man nach der Single ‚Cult' schonmal das Haarband lockern, denn es drohte erhöhte Headbanggefahr. Die neue Platte kann dies dann auch problemlos halten. Mit ‚Flesh Storm‛ bricht sofort ein slayertypisches Inferno auf den Hörer los. Dave Lombardos unverwechselbares Drumming, die rasenden Slayergitarren und vor allem Tom Arayas genialer Gesang, der sich über das gesamte Album sehr variabel und kraftvoll präsentiert, sollten jeden Slayerfan zufrieden stellen. Zwar gibt es keine ‚Angel Of Death‛-Schreie mehr, dafür ist der Mitvierziger wohl zu alt, doch das bedrohliche, intensive und aggressive Intonieren beherrscht Tom immer noch wie kein Zweiter. Bestes Beispiel ist der auch von ihm geschriebene Song ‚The Eyes Of The Insane‛. Insgesamt ist das ganze Album wieder oldschooliger geworden, die Produktion ist zwar weit davon entfernt schwachbrüstig zu sein, aber sie poliert nicht und hat viel Livefeeling mit an Bord. Ein schöner Kontrapunkt zu den gängigen Konservenproduktion mit Klicki-Schlagzeug. Kerry King hat die meisten und besten Songs des Albums (Ausnahme ‚Consfearacy‛, das ist langweilig) geschrieben, hervorzuheben insbesondere die Single ‚Cult‛, ‚Skeleton Christ‛ (eher an den letzten, moderneren Alben orientiert, aber richtig gut), ‚Catatonic‛ und der letzte Song ‚Supremist‛. Alles feine Slayerwalzen, die nur kurz Zeit zum Luftholen lassen. Meist geht es flott und eingängig zur Sache, wenn Midtempo, dann gibt es herrliche Nackenbrecher oder coole Hooklines, die nicht schnell aus der Birne verschwinden. Hier ist das kontroverse ‚Jihad‛ zu nennen, das zudem die Terroranschläge des 11.09.01 aus Sicht eines Terroristen schildert. Bin gespannt wer jetzt wieder aufschreit und rumweint. Fans des aggressiven Metals sicher nicht, denn dieses Album ist eines der Jahreshighlights und sollte in keiner (Thrash) Metalsammlung fehlen. Ich freue mich schon auf die Tour.

Christian Kremp






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