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Fatlip Showbox

Label: Kung Fu Records (2005)

Kaum zu glauben, aber Kung Fu haben das Erlanger Trio Shark Soup unter Vertrag genommen und bringen den BYO Release „Fatlip Showbox“ noch mal auf den Markt. Die Bayern fingen 2003 an in Kellern zu spielen bis man einen Slot bei Peter Pan Speedrock bekam und sich die ersten Sporen verdienen konnte. Sie spielten weitere Shows und nahmen im Herbst 2003 eine EP auf, die viele gute Kritiken bekam. 2004 stand der erste wichtige Deal an, ein Vertrag mit Muttis Booking, die Konzerte mit bekannten Bands nach sich zog. Sie begannen ihr LP Debüt zu schreiben mit dem sie sofort bei BYO unter kamen.

Der Sound des Trios ist schwer vom Kontrabass der Rockabilly Einflüsse geprägt, der Text hingegen erinnert eher an Rock’n’roll oder auch Punk Rock was eine einzigartige Mischung ergibt. Klanglich könnte man denken, dass hier keine deutsche Band zu Werke geht, sondern ein Vertreter aus Amerika. Energie geladen präsentiert sich das gesamte Album, das man am treffendsten mit Horrorpops meets Living End beschreiben könnte, auch wenn andere Quellen die Stray Cats um Brian Setzer erwähnen. Gute Laune wird garantiert, denn sowohl die Vocals als auch die Melodie, auf die sich eigentlich immer tanzen lässt, bringen den Hörer unfreiwillig zum Grinsen. Alle Stücke bieten ein etwas flotteres Tempo, wenn man von der gelungenen Halbballade ‚Burn The Lights Out’ absieht. Diesen Track sollte man sich unbedingt anhören denn es ist mit das Beste was Shark Soup da auf den Silberling gebannt haben. Eine eingängige Gitarrenmelodie, der dezente Kontrabass im Hintergrund und der gefühlvolle, nachdenkliche Gesang ergeben eine unbeschreibliche Mixtur die sich in die Tiefen des Trommelfells frisst. Von den flotten Stücken kann man den Opener ‚Holy Water’, das Instrumental ‚Roadkill Reaction Revolution’ und den Bonustrack ‚Getaway Gun’ empfehlen, die allesamt das Beste von Rockabilly und Punk vereinigen.

Keine Frage, die Scheibe ist mehr als gelungen und die Erlanger haben ihren Vertrag nicht ohne Grund bekommen. Für Rockabilly Fans ist die Scheibe ein Muss.

Winfried Bulach






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