Reviews

Roorback

Label: Seamview Records (2003)

Brasilien ist zurück! Sepultura geben sich zum 9. Mal die volle Ehre, zum dritten Mal in der Nachmaxära. Die beiden Erstwerke jener Zeit waren eigentlich ziemlich an mir vorbeigerauscht und auch „Roots“ fand ich eher mäßig. So ging ich recht vorbelastet an den ersten Durchlauf und wie so oft, wenn man nichts erwartet, wurde es richtig gut.

„Roorback“ geht back to the Rootalbum, sprich es geht härter und metallischer zu. Der Opener ‚Come Back Alive’ knallt richtig gut zum Einstieg, auch wenn das Anfangsriff bereits bekannt ist. Da sind die typischen Gitarren und Sänger Derrick Green überzeugt meiner Meinung nach wirklich. Am Schlagzeug lässt Herr Cavalera einige interessante und neue Details erkennen und es werden wieder coole, manchmal etwas ´schizophrene´ Solos gefiedelt, da hat der Labelwechsel wohl doch was bewirkt. Bitte nicht falsch verstehen, Sepultura haben keine neue „Arise“ eingespielt und werden das wohl auch nie wieder tun, aber die neuen Sepultura haben zumindest wieder etwas auf „Chaos A.D.“ und etwas mehr auf „Roots“ zurückgegriffen. Aber nicht nur. Klarer Gesang und ruhige Song(parts) etwa bei ‚Urge’ oder ‚As It Is’ setzen schöne Kontrapunkte zu den harten Songs wie dem Knaller ‚Corrupted’ oder dem Midtemposmasher ‚More Of The Same’. Da muss Bewegung in den Nacken kommen. Getragen wird das alles natürlich von einer modernen fetten Produktion, die aber nicht glatt poliert klingt. Insgesamt erscheint mir dieses Album ehrlich, denn neuere Einflüsse wie die Tribalklänge wurden nicht über Bord geschmissen, sondern auf einen angemessenen Anteil heruntergefahren. So stören diese nicht mehr in den Songs, sondern erschaffen gemeinsam mit den anderen Instrumenten und Effekten jene hypnotischen Parts, die einen total abfahren lassen.

Ich will das Album nun nicht über den grünen Klee loben, auf dem ich gerade liege, die Brasilianer haben schon deutlich stärkere Alben veröffentlicht, aber das hier ist gut, auch wenn ein, zwei Songs abfallen, besser als die direkten Vorgänger. Fans ab der „Chaos“ sollten reinhören.

Christian Kremp