Reviews

Desperate Souls Of Tortured Times

Label: Rise Above (2013)

Fats übertrieben klischeehaft wirken die Mannen von Age Of Taurus. In jedem Wikingerfilm könnte jeder der Herren gleich mehrere Rollen besetzen. Daher ist anfänglich schon eine gewisse Skepsis angesagt, ob denn nun (zumal bei der bandeigenen Beschreibung des Sounds "Heavy Metal From Hell" angekündigt wird) das Menu für normale Ohren diesseits des Extremmetal überhaupt goutierbar sei.

Nach wenigen Sekunden schon verfliegen die Zweifel und man fühlt sich wohlig geborgen in einem Stilmix aus Doom Metal, klassischem Heavy Metal typisch britischer Prägung und einem kräftigen Schuss Epic Metal, der allerdings niemals zu blankem Kitsch verkommt. Für eine reinrassige Doom Metal Formation sind die Newcomer von Age Of Taurus in jedem Fall zu abwechslungsreich. Sie bedienen auch nicht nur die Bremse, wie man das bei anderen Vertretern des Genres durchaus gewohnt ist - manche bemühen sogar ab und an den gefühlten Rückwärtsgang. Davon sind Age Of Taurus meilenweit entfernt. Und das ist verdammt gut so. Denn die heftigen aber niemals brachialen Ausbrüche und das regelmäßige Anziehen der Geschwindigkeit verpasst der Musik der Novizen genau die richtige Dosis Rock'n'Roll, um ihre Spielart von jeglichem Verdacht der Lächerlichkeit zu befreien, der sonst bei Doom Metal jederzeit um die Ecke lauert.

Hier werden die großen Vorbilder wie Trouble oder Candlemass angedeutet, aber niemals kopiert, von der epischen Seite aus fallen mir spontan Atlantean Kodex und While Heaven Wept ein, als klassisch britische Metallegenden Bands wie Witchfynde oder Angel Witch. Wenn das mal keine Hausnummern sind! Trotz der übergroßen, deutlich erkennbaren Vorbildern, meistern die Jungs ihre Aufgabe recht souverän und machen Hoffnung auf weitere Taten!

Frank Scheuermann

7,5/10






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