Reviews

Circle Of The Oath

Label: Steamhammer (2012)

Ein neues Jahr, eine neue Scheibe von Axel Rudi Pell. Das Format funktioniert - warum sollte man es ändern? Das muss sich auch der Blondschopf aus dem Ruhrpott gedacht haben und legt mit "Circle Of The Oath" eine Platte vor, die alle Trademarks der hervorragend eingespielten Band in sich vereinigt. Nach einem atmosphärischen Intro legt sich die Truppe mächtig ins Zeug und Superdrummer Mike Terrana haut uns fette Beats zu Axel Rudi Pells gefühlvollem und immer noch stark von Ritchie Blackmore geprägten Gitarrenspiel um die Ohren. Das Rezept, abwechselnd schnelle Hardrocker und einfühlsame Balladen zu präsentieren geht auch dieses Mal voll und ganz auf. Dazwischen dürfen auch die Freunde von epischen Klängen ihrer Leidenschaft frönen. Mit dem Titelsong 'Circle Of The Oath' und Teil zwei des etwas älteren Epos 'The Masquerade Ball' ,dieses Mal betitelt mit 'World Of Confusion (The Masquerade Ball Part II)', kommen die getragenen Stücke mit einer Gesamtspielzeit von knapp 20 Minuten zu einem ordentlichen Stück Raum auf der Scheibe.

Es ist sehr schwer zu sagen, ob "Circle Of The Oath" nun das definitive Meisterwerk des Saitenhexers ist, dazu sind viele seiner Scheiben strukturell zu ähnlich, aber wieder einmal schafft er es, sein Publikum zu begeistern und hochklassige Handarbeit abzuliefern. Jedenfalls höre ich solche Scheiben lieber als noch eine Balldensammlung oder ein weiteres Coveralbum. Vermutlich wird er es auch jetzt wieder in die Charts schaffen, und das freut mich in einer Zeit, in der es zu viel Plastikmusik von Germany's next Pop-Schießmichtotwasauchimmer zu betrauern gibt. Axel Rudi Pell ist eine feste Größe in der deutschen Musiklandschaft und das freut mich. Ich werde mir die Platte bestimmt immer wieder gerne auflegen - zumindest bis (hoffentlich) nächstes Jahr eine neue, vermutlich ähnlich klingende Platte von ihm veröffentlicht werden wird.

Die limitierte Auflage von "Circle Of The Oath" erscheint übrigens mit dem letztes Jahr in Balingen mitgeschnittenen Rainbow-Cover 'Temple Of The King', einer wundervollen Hommage an den viel zu früh von uns gegangenen Ronnie James Dio.

Frank Scheuermann






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