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War Machinery

Label: Eigenproduktion (2005)

Das Deutschland ein gewichtiges Wort mitzureden hat, wenn es um Thrash Metal geht, sollte jedem klar sein, der Bands wie Accept, Kreator, Sodom kennt. Dass es in den Achtzigern aber noch viel mehr kleine, aber oft endgeile Schoten (wie etwa Protectors „Golem“) gab, wissen oft nur die Leute, die das Alter dazu besitzen oder einen Plattenspieler ihr eigen nennen. Im Falle von Aterial würde ich wetten, dass mindestens eins der beiden Attribute zutrifft. Die Jungs bringen den alten, deutschen Thrash auf sympathische und coole Art zurück. Für mich klingen da mehrere alte Größen raus, Grave Digger, so wie sie auf dem Debüt klangen, Deathrow in den thrashigeren Teilen, Living Death auch ein wenig. Insgesamt spielen die Jungs eine rohe Power / Thrash Metal Mischung, die jedem der auf den Sound der Achtziger steht, abgehen müsste wie Sau. Der Gesang ist thrashig frei Schnauze (Chris B. dürfte ein Faktor sein) mit einigen, nie stressenden hohen Parts (deswegen Living Death) und hat einfach Feeling für diese Art von Musik. Headbangen ist immer drin, knarzige Soli inklusive. Da bekommt man schon Lust die Herren live zu sehen. Auch Judas Priest’scher Heavy Metal sollte nicht spurlos an Aterial vorbeigegangen sein, doch bevor man jetzt an eine bessere Coverband denkt, sei erwähnt, dass die Chose frisch und durchaus mit einigen Überraschungen kredenzt wird. Es macht einfach Bock die CD einzulegen (LP wäre natürlich noch besser) und sich über guten Metal zu freuen. Da kommen klassische Riffs, die bei nem Bier und etwas Kraut gleich doppelt gut reinlaufen und es wird gleich noch textlich einiges witziges nachgelegt (z.B. ‚Survive‘). Weitere empfehlenswerte Songs zum reinhören sind ‚Vengeance‘ und ‚Under The Cross‘, wobei kein Song Klasse vermissen lässt. Einfach ein sehr ehrliches, gutes Album, dass Power / Thrash Fans sich wirklich gut und gerne zulegen können.

Christian Kremp






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