Reviews

Only Human

Label: AFM Records (2002)

Gäbe es einen Musikpreis für die fleißigste Band, hätten At Vance gut Chancen, dort abzusahnen. 4 Alben in 3 Jahren, dass ist schon aller Ehren wert. Verantwortlich für dieses Mammutprogramm zeichnet sich Leadgitarrist Olaf Lenk, der in eigenverantwortlicher Regie die Songs schreibt. „Only Human“ nennt sich das neue Werk, das At Vance erstmals unter neuem Label veröffentlichen. Zugegebenermaßen war ich von der ersten beiden Alben nicht sonderlich angetan, erst durch das letzte Werk „Dragchaser“ bin ich auf den Geschmack gekommen, wobei diese Scheibe sicherlich auch durch die Konzeptstory (die Nibelungensaga) etwas härter ausgefallen ist und nicht unbedingt den typischen At Vance Sound verkörperte. Kommen wir aber nun zum aktuellen Album. Überraschender Weise ist dieses mal im Gegensatz zu den 3 Vorgängeralben kein ABBA-Cover vertreten. Ansonsten ist aber alles beim Alten geblieben. Die Songs bewegen sich im melodischen Powermetalbereich mit starkem Bezug zur klassischen Musik. Das Olaf Lenk vor allem für letzteres ein Faible hat, stellt er mit seiner Interpretation von Vivaldis ‚Four Seasons / Spring’ sowie Bachs ‚Solfegggieto’ eindrucksvoll unter Beweis. Die Mehrheit der Songs ist im Midtempobereich angesiedelt, angetrieben durch orgelähnliche Keybooards, Ollis gefühlvoller Stimme und natürlich dem prägenden Gitarrenspiel von Olaf. Hervorheben möchte ich aber zwei Stücke der schnelleren Kategorie, zum einen der Opener ‚The Time Has Come’ und das alles überragende ‚Witches Dance’, bei dem man sich die tanzenden Hexen nahezu bildlich vorstellen kann, ein genialer Song. Dennoch offenbart das Album auch einige kleinere Schwächen. ‚Fly To The Rainbow’ flacht doch deutlich von den restlichen Tracks ab, dass längste Stück ,Sing This Song’ erinnert durch seine Keyboards und die Gesangslinien doch stark an den Soundtrack zu „The Rock“, zumal der Refrain ganz und gar nicht zu dem Song passt. Zum anderen geht das Schlagzeug in der Produktion etwas unter, ein kraftvollerer Sound hätte hierbei mit Sicherheit nicht geschadet. Bleibt noch zu erwähnen, dass At Vance ganz ohne Coverversion nicht auskommen, dieses Mal hat man sich an ‚I Surrender’ von Rainbow versucht, mit Erfolg wie ich meine.
Alles in allem ist „Only Human“ ist ein starkes Powermetalalbum, das einige Highlights zu bieten hat.

Oliver Bender






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