Reviews

First Breath After Coma

Label: Finest Noise (2006)

Die sieben Marsberger von The Ashes Of Creation tingelten durch diverse musikalische Schubladen bis die Presse Pop Noir als konkrete Musikrichtung festlegte. Drei Stimmen und eine Querflöte sind das Markenzeichen der Band, die nun selbst von sich behaupten Pop Noir zu sein. Inspiriert wurde die Band durch King Crimson und Aimless, was erklärt, warum die Band so viele verschiedene Meinungen über sich verursachte. Der Sound der Band wird irgendwo zwischen Bright Eyes, Gun Club und Franz Ferdinand angesiedelt, doch all das ist nur eine grobe Einschätzung deshalb schauen wir nun nach, was davon die beste Beschreibung ist.

‚77 Barton Street’ klingt auf Grund seiner intensiven Nutzung der Querflöte und wegen der andauernden Taktvorgabe der Bassdrum sehr stark nach Folk Rock à la Paddy Goes To Holyhead. Dieser Eindruck ergibt sich aber erst nachdem man den gesamten Song konsumiert hat und dann wird er auch gleich wieder weggewischt, denn ‚A Closer Draw’ klingt völlig anders. Die Querflöte wird hier allenfalls als Instrument für ein Zwischenspiel genutzt, doch die zentrale Rolle steht der Gitarre und vielleicht noch dem Keyboard zu. ‚Tom Thumb’ ist wiederum anders als die anderen beiden, denn diesmal steht kein männlicher Gesang im Vordergrund, denn Diana reißt hier das Mikro an sich. Der moderne Takt und der maßgebliche Einfluss des Schlagzeugs in diesem Stück zeigen abermals eine neue Facette der Band, auch wenn man langsam einen Zusammenhang in der Musik heraushört. ‚Walk!’ bildet dann den Bruch, denn hier geht die Gruppe zu Fuß. Abgesehen vom mehrstimmigen Gesang könnte dieser Song von nur einer Person performt werden, denn man benötigt nur eine Akustikgitarre und eine gute Stimme. ‚Through The Eye’ ist sehr funky und jazzig angehaucht, da der Siebener einige noch nicht benutzte Soundelemente einfügt. Aggressivität wird ebenfalls beachtet und verarbeitet. ‚Nocturne’ ist angefüllt mit harten Gitarrenriffs und einem Gesang der wohl durch Hardcore inspiriert wurde. Es wird zwar nicht geschrieen doch die im Hardcore hervorbrechende Aggressivität wurde im Gesang adaptiert. Glücklicherweise endet die Scheibe nicht diesem, etwas verzerrtem, Bild der Band. Das letzte Stück ist wieder der entspannende Pop (Noir) den man etwas öfter gehört hat.

The Ashes Of Creation lassen sich in keine Schublade stecken ohne den Begriff Pop Noir zu benutzen, den man erst verstehen und definieren kann, wenn man diese sehr vielseitige und gute Scheibe gehört hat.

Winfried Bulach






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