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Red Shift

Label: Peaceville Records (2002)

„Red Shift” wurde schon im Jahre 2000 veröffentlicht, allerdings nur in Spanien. Um allen in Europa die Chance zu geben, die größtenteils doch unbekannten Spanier zu hören wurde die CD jetzt noch einmal veröffentlicht. Beim Besprechen stoße ich aber schon früh auf eine Hürde: Wie soll man diese Musik bezeichnen? Eine kurze Beschreibung der Musik: Größtenteils Death-Gesang, abgewechselt von cleanen und weiblichen Vocals, viel Doublebass, viele Synthesizerklänge die düstere aber auch spacige Atmosphäre schaffen, manchmal Klavieruntermalung die dem ganzen einen klassischen Touch verleihen. Jetzt bringe diese Einflüsse mal jemand unter einen Namen...

Auf jeden Fall wurde hier viel gearbeitet, gemixt und ausprobiert - das Ergebnis kann sich sehen lassen in 11 Songs und einem Videotrack. ‚Naked Eye’ (auch als Video auf der CD) macht den Anfang auf der CD. Sofort entsteht geheimnisvolle aber auch düstere Atmosphäre. Der einsetzende Klaviersound unterstützt das Ganze bis ein dunkler und rauer Gesang den Reigen der Stimmenvielfalt von Asgaroth eröffnet. Trotz der vielen Elemente ist ein typischer Headbanger-Rhythmus unverkennbar und bewegt dazu mit dem Kopf ordentlich immer wieder nickend „Ja, Ja“ zu schreien.

Dieser Rhythmus verliert sich aber mit fortschreitender Dauer der CD und verwirrendere Strukturen in den Songs offenbaren sich und machen die CD schwer zugänglicher für den Hörer. Diverse Instrumental (‚Cyphred’, ‚Buried’, ‚6 Bloodmarks’) pushen während des Durchhörens weiter die Atmosphäre, sind aber schon fast überflüssig bei der Anzahl von musikalischen Strukturen und atmosphärischen Stilmitteln. Es ist unheimlich schwer, auf „Red Shift“ einen Favorite-Song zu finden, zu schwer ist die Kost und zu viel Impressionen erwarten den Hörer in den einzelnen Titeln. Auf gar keinen Fall kann man die CD nebenbei beim Ausführen anderer Tätigkeiten laufen lassen, ansonsten läuft man Gefahr unkonzentriert und nervös zu werden. Deshalb sollte der geneigte Hörer sich die Scheibe erst einmal ruhig zwei bis dreimal anhören, um dann den Sound genießen zu können.

Viele stilistische Mittel prägen „Red Shift“ und regen zum genauer hinhören an. Keine leichte, dafür aber schmackhafte Kost!

Thomas Schmitt