Reviews

Sacred Pathways

Label: Frontiers Records (2001)

Im Jahre 2000 erschien das letzte Album „Machine“, dem Artension erst einmal eine Pause folgen ließen, um sich anderen Projekten zu widmen. Mit „Sacred Pathways“ meldet sich die Band nun zurück, die Mitte der 90er Jahre von Vitalij Kuprij (Ring Of Fire) und Roger Staffelbach gegründet wurde. Kurioserweise erhielten Sie erst einen Plattenvertrag, nachdem sie zu ihren instrumental Demos erste Gesangslinien schrieben, denn musikalisch hatte das den damaligen Manager nicht vom Hocker gerissen. Nachdem das Line-Up komplett war, folgten vier Studioalben, die allesamt positiv aufgenommen wurden, bevor die bereits erwähnte Pause folgte. Eine gewisse Vorfreude auf dieses Album war bei mir schon vorhanden, immerhin sind populäre Musiker wie John West (Royal Hunt) und Mike Terrana (Rage) mit an Board. An Ideenreichtum mangelt es der Band beileibe nicht, deren Songs durch klassisch/ progressive Einflüsse geprägt sind. Der Sound kommt sehr gut rüber, technisch genügt das Ganze höchsten Ansprüchen. Ein Genuss ist vor allem John West, der wieder einmal beweist, welch großartiger Sänger er ist. Kein Wunder, dass er damals kurz davor war, bei Maiden einzusteigen, bevor die sich dann für Blaze Bayley entschieden. Trotz dieser Vorzüge hat das Album ein großes Manko: Valerij Kuprij. Dieser Mann ist zweifellos ein begnadeter Keyboarder, leider drängt er sich, wie auch schon bei seinem zweiten Projekt Ring Of Fire viel zu sehr in den Vordergrund, so dass seine teilweise übertriebenen Soli einem schon den Nerv töten können (bestes Beispiel hierfür ,The Emperor’). Vielleicht sollte er sich mal ein Beispiel an seinem Kollegen Andre Andersen von Royal Hunt nehmen, der zur ersten Garde der Keyboarder gehört und damit auch weiß, wann und wie Tastenklänge am besten zur Geltung kommen. Artension wären mit Sicherheit besser bedient gewesen, statt den Keyboards mehr Gitarrensoli einzustreuen, denn das Ganze wirkt doch extrem verspielt. Nichtsdestotrotz bietet das Album auch einige Highlights, zu nennen wären hierbei ,Running Out Of Time (bester Song, hier passt einfach alles) ,Nightmare’ sowie die beiden Balladen ,The Calm Before The Storm’ und ,Flower Of The Orient’. Insgesamt gesehen ist das jedoch zu wenig, der negative Eindruck überwiegt auf jeden Fall.

Wer auf ausgefallende Keyboardsoli steht, ist hier genau richtig. Ansonsten ist „Sacred Pathways“ ein Album, auf das man auch gut und gerne verzichten kann.

Oliver Bender






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