Reviews

Wages Of Sin

Label: Century Media (2002)

Alter Schwede! Was haben wir denn hier für eine Scheibe bekommen? Eine weibliche Stimme bei einer Death-Metal Band? Eigentlich kann man sich das kaum vorstellen...

Arch Enemy aber machen`s vor: Angela Gossow ((Ex-Asmodina; Ex-Mistress) wurde als weiblicher Vocalist verpflichtet und darf sich auf „Wages Of Sin“ wortwörtlich die Lunge aus dem Leib gröhlen. Aber mit welcher Klasse sie das macht, ist schier unbeschreiblich: Schon mit dem ersten Song ‚Enemy Within’ lässt sich kaum ein Unterschied zwischen einem männlichen Sänger und der brachialen Stimme von Angela Gossow herausfinden. Nicht nur auf diesem Song, der einen Headbangerrhythmus in sich hat, dass man kaum damit rechnen kann, die CD ohne Halsschmerzen überleben zu können, zeigen die Schweden ihr ganzes Können, angefangen bei der oben angesprochenen Lead-Vocalistin über die Amott Brüder Christopher und Michael an der Gitarre bis hin zu Daniel Erlandson an den Drums und Sharlee D’Angelo am Bass. Die Harmonie in der Brutalität ihrer Songs ist deutlich spürbar, insbesondere beim zweiten Song ‚Burning Angel’, welcher in meinen Augen der beste Song der CD darstellt, da er einen einzigartig geilen Refrain und schönes Riffing in sich vereint. Diese Mischung aus Bösartigkeit und einem Fünkchen Gefühl gibt der CD ihren eigenen Stil, der nur schwer zu beschreiben ist, da er außerhalb konventionellen Death-Metals aber auch schwer zu vergleichen mit der Abwandlung „Göteborg Sound“ aus dem Studio Fredman (in dem die CD zwar aufgenommen wurde, sich aber von den üblichen Fredman-Mixen deutlich abhebt). Abwechslung bietet die CD aber auch: ‚Savage Messiah’ z.B. beginnt schleppend und hymnenhaft um dann brachial auszuklingen, der Bonustrack ‚Lament Of A Mortal Soul’ besticht durch exzellentes und schnelles Drumming, ‚Snow Bound’ ist ein entspannendes Instrumental und ‚The First Deadly Sin’ hat mit ständigen Rhythmuswechseln ordentlich Stoff, um auch zum Nachdenken und Rhythmussuchen anzuregen. Das ganze Paket wird als Doppel-CD zum normalen CD-Preis geliefert, wobei auf der zweiten CD rare und zum Teil unveröffentlichte Songs wie z.B. das Maiden Cover ‚Aces High’, das Priest Cover ‚Starbreaker’ oder ‚Diva Satanica’ zu finden sind, wobei die restlichen Songs zum Großteil nur in Japan veröffentlicht wurden. Als weiteren Bonus befinden sich auf beiden CDs jeweils ein Videotrack der Songs ‚The Immortal’ und ‚Ravenous’ und ein sehr dickes Booklet zum Schmökern. Aber selbst ohne diese Schmankerl besitzt diese CD einfach Klasse und bringen Arch Enemy nach „Burning Bridges“ wieder ein Stück der Perfektion näher.

Thomas Schmitt






Musicload