Reviews

Purification

Label: Locomotive Music (2004)

Die Scheibe von Anubis Gate weckt gleich in mehrerer Hinsicht Erinnerungen. Das Coverartwork lässt mich zugleich in längst vergangenen Star Gate Zeiten schwelgen. Anubis Gate springen jedoch nicht auf den gleichen Zug auf, sondern haben die Songs in einem eigenen Konzept untergebracht, welches sich mit der ägyptischen Mythologie und deren Gott Anubis beschäftigt. In dieser Hinsicht ist also keine weitere Science Fiction Story zu erwarten. Bleibt man bei den Lyrics noch auf eigenständigen Pfaden, werden diese in musikalischer Hinsicht schon nach wenigen Sekunden verlassen. Anubis Gate sind die moderneren Crimson Glory leider aber auch die schlechteren. Die majestätischen Keys, dass rhythmische Drumming sowie die düstere Grundstimmung erinnern an die früheren Großtaten der Amerikaner ohne jedoch deren Klasse zu erreichen. Die Songs sind durchgehend alle nach dem gleichen Muster gestrickt: schleppende Tracks, allesamt midtepoorientiert, kaum Breaks, wenig Flexibilität (Drummer Morten Sorensen möchte ich hierbei bewusst ausklammern). Zwischendurch ist man des Öfteren geneigt an die Decke zu springen weil man auf einen Befreiungsschlag wartet, leider vergebens. Sänger Torben Askholm tröstet ein wenig über die mittelprächtigen Songs hinweg, kann aber letztlich den durchwachsenen Eindruck des Albums nicht verbessern. Auf Anspieltipps möchte ich dieses Mal verzichten. Sollte man sich für einen der Tracks begeistern können wird das auch für das gesamte Album gelten. Das gleiche gilt auch im umgekehrten Fall.

Wem die früheren Crimson Glory gefallen, könnte hiermit glücklich werden. Ansonsten ist dieses Album mit Vorsicht zu genießen.

Oliver Bender