Reviews

Symmetry

Label: Massacre Records (2002)

Sechs Jahre sind vergangen, seitdem die Progmetaller von Anguish ihr Debütalbum „Lost Days Of Infancy“ veröffentlichten. In der Folgezeit waren die Heidelberger häufig live anzutreffen und zogen mit bekannten Acts wie Uriah Heep, U.D.O. oder Primal Fear durch die Lande. Nun präsentiert die Band mit „Symmetry“ ihr zweites Studioalbum, an dem bereits seit Sommer 2001 gefeilt wurde. Gelohnt hat sich dieser Aufwand allemal, mit dieser Scheibe braucht man sich vor der starken deutschen Progszene mit Sicherheit nicht zu verstecken. Die Band agiert auf ihrem zweiten Werk unheimlich vielseitig, der Stil geht zwar eindeutig in die progressive Richtung, dennoch bleiben auch so manche Vergleiche zum Powermetalbereich nicht verborgen. Die Songs bieten sehr viele Überraschungsmomente und entfalten auch nach mehrmaligem Hören noch so manche Neuheit. 2 Dinge drücken diesem Album seinen Stempel auf. Zum einen der Sänger, dessen Namen allein schon einen majestätischen Klang verbreitet: Nuno Miguel Barros de Fernandes. Dieser Mann beherrscht alle Facetten, Tiefgang und Emotionen stehen für seine Stimme, die den atmosphärisch starken Songs noch mehr Gefühl verleiht. Der zweite Aspekt sind die Keyboards von Marion Nießner. Allgegenwärtig, aber nicht aufdringlich sowie ungemein flexibel: Mal futuristisch (‚N.E.W.’), mal klassisch (‚The Mirror’), ab und zu auch dramatisch. Trotz all dieser Einflüsse ist „Symmetry“ immer noch ein Metalalbum, mit ‚Obsidian Lies’ ist auch ein schnellerer Song mit am Start, an dem auch Powermetalfans ihre Freude haben werden. Obwohl Angusih mit sehr vielen Rhythmuswechseln arbeitet, geht der rote Faden nie verloren, die Melodie steht immer im Vordergrund. Ob schnelle Gitarrensoli, ruhige Akkustikpassagen oder härtere Melodien, man versteht es in sehr guter Manier, alles miteinander zu einem einheitlichen Sound verschmelzen zu lassen. Lediglich zwei Stücke überzeugen nicht vollends, die Ballade ‚Maze Of Emotions’ wirkt etwas kraftlos, während ‚Dreaming’ unter dem zu simplen Refrain leidet. Das war’s aber auch schon, denn die restlichen Songs bieten Hörgenuss pur.

„Symmetry“ ist ein sehr gutes Prog-Album mit hohem Unterhaltungswert, mit dem sich Anguish in der Oberklasse der Szene etablieren dürften.

Oliver Bender






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