Reviews

Temple Of Shadows

Label: SPV (2003)

In diesem Jahr sind einige Releases aus dem Lande des Zuckerhuts zu uns herübergeschwappt. Teils ganz ordentliche Scheiben, teilweise überflüssig hatten sie doch alle eins gemeinsam: Nachwuchs ist durchaus da, der lieferte aber auch den Beweis, dass Brasiliens Exportschlager Nr. 1 Angra nach wie vor in anderen Sphären schwebt. Dies offenbart uns auch das neue Release „Temple Of Shadows“, dessen Vorlaufzeit ein geschlagenes Jahr in Anspruch nahm. Herausgekommen ist ein Konzeptalbum, dessen Haupfigut der sogenannte Shadow Hunter ist, der im 11. Jahrhundert die Ideale der katholischen Kirche in Frage stellte. Welche Geschütze Angra für dieses Album auffahren, wird auch anhand der Gastsänger deutlich: Kai Hansen (Gamma Ray), Hansi Kürsch (Blind Guardian) und Sabine Edelsbacher (Edenbrige) versprechen einiges.

Dementsprechend stürmisch legt die Band auch los. Der Opener ,Spread Your Fire’ ist eine powergeladene Metalhymne mit fantastischem Refrain, starken Chören und einem hohen Spassfaktor. Damit hätten wir auch den schnellsten Track des Albums bereits hinter uns (in ähnlicher Kategorie folgt nur noch ,Temple Of Hate’). Im weiteren Verlauf schraubt die Band das Tempo zwar um ein paar Takte runter, dafür aber nicht den hohen Unterhaltungswert des Albums. Der brasilianische Ader der Jungs ist allgegenwärtig, eine Vielzahl der Tracks beginnt mit ruhigen Akustikintros und werden von Trommeln begleitet. Dabei erzeugen die Songs eine gewaltige Atmosphäre, die das Material zu einem kleinen Teil klassisch und zu einem großen progressiv beeinflusst und des Öfteren Vergleiche mit Kamelot aufkommen läßt. Ein Genuss dieser Scheibe sind zweifelsohne die Gitarren, die jedem Virtuosen ein Freudentränchen entlocken dürfen. Der Sound lässt jedes einzelne Instrument optimal zur Geltung kommen, sodass auch Basser Felipe Andreoli glänzen kann. Großer Pluspunkt der Band ist auch der nicht mehr ganz so neue Sänger Edu Falaschi, der mit dieser Stimme auch nahezu als Rhapsody Fronter durchgehen würde. Highlights gibt es auf dieser Platte genügend. Sei es nun der bereits erwähnte Opener, die herrliche Halbballade ,Wishing Well’, dass fulminante ,Winds Of Destination’ mit seinem herrlich majestätischen Ausklang oder No Pain For the Dead’, dass ein sehr schönes Duett zwischen Edu und Sabine zu bieten hat.

Das Album wird zusätzlich auch als Limited Edition erscheinen. Diese enthält Livematerial der Band von der Rebirth Tour, ein Backstage Special sowie eine Videoclips Section. Insgesamt bietet das Teil 160 Minuten Spielzeit, inklusive der CD für einen mehr als fairen Preis.

„Temple Of Shadows“ ist eindeutig das bisher beste Bandalbum und dürfte durch die musikalische Vielfalt eine Menge Zuhörer ansprechen. Kaufen und genießen.

Oliver Bender






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