Reviews

The Feeding

Label: Sony (2005)

Diese Band ist mehr als kaputt. Gegründet wurde sie in einer Rehaklinik, wo sich Martin Cock (eigentlich Cameron Heacock) und Chad Hanks nach exzessivem Drogenkonsum trafen und ihr musikalisches Talent vereinten. Das Line Up um die zwei änderte sich ständig bis man einigermaßen stabil war und, mit Hilfe einer Empfehlung von System Of A Down, unter Vertrag genommen wurde. Nach „The War Of Art“ tourte man erst einmal und es taten sich einige Probleme auf, die zum größten Teil durch den Drogenmissbrauch und die kaputten Psychen der Bandmitglieder ausgelöst wurden. Nachdem die zahlreichen Probleme bewältigt waren und man wieder ein konstantes Stadium erreicht hatte, trennte man sich von seinem Label und ging zu DRT um „The Feeding“ aufzunehmen. Inzwischen ist Gitarrist Bryan Ottoson auf der Tour durch eine Überdosis Medikamente verstorben, was noch mal unterstreicht, dass American Head Charge in mehrer Hinsicht kaputt ist.

Der erste Track ist gleichzeitig auch die Singleauskopplung aus dem Album und nennt sich ‚Loyalty’. Klare Vocals und nette Gitarrenriffs bilden die Basis dieses audiophilen Songs. Die Massenkompatibilität im Sektor der etwas härteren Musik lässt sich nicht leugnen, aber das Album beinhaltet ja noch einige andere Titel. ‚Dirty’ hat einen höheren Wiedererkennungswert als eben genannte Auskoppelung, würde aber nicht so gut bei den Hörern ankommen, da es etwas progressiver gestaltet ist, auch wenn es manchmal ein wenig nach den Lostprophets klingt. Abwechslungsreichtum ist nicht gegeben, denn die Band klingt auf der Scheibe immer sehr ähnlich. Doch es gibt Lichtblicke wie die Ballade ‚Fiend’ die sehr emotional daherkommt und etwas mehr als das übliche Gitarrenschrubben und Herumschreien beinhaltet. Das Tempo nimmt zum Ende hin etwas ab und das letzte Stück ‚To Be Me’ hat ebenfalls Balladencharakter, wenn auch nicht so ausgeprägt wie ‚Fiend’. Wenn die Jungs bei den harten Stücken ebenfalls so innovativ wären wie bei ihren Balladen, dann hätte das Album ein echter Knaller werden können.

Das Album ist eher durchwachsen und man sollte eher zu anderen Alternativen greifen. Ob das nächste Album besser werden kann, ist nach dem Tod von Bryan Ottoson eher fraglich.

Winfried Bulach