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Omega

Label: Soulfood Music (2004)

Mit melodischem Hardrock und AOR auf hohem technischen Niveau, tragenden Keyboards und filigranen Gitarrenläufen und noch dazu weiblichem Gesang? Ganz klar: Heart! Nun gut, einen Pulitzer-Preis fange ich mir für diesen Vergleich bestimmt nicht ein, aber er ist eben immer noch der beste, den man sich bei einer solchen Band einfallen lassen kann. Jeder weiß genau, wo es langgeht und wie sich die vorliegende Scheiblette anhört.

Jetzt könnte ich es mir ja wirklich leicht machen und behaupten, dass alles gesagt sei...Aber mal ehrlich, wer möchte sich denn schon den Ruf eines unverbesserlichen Minimalisten einfangen? Eben. Und daher gehen wir die Nummern auf dieser CD mal im Zeitraffer durch.

Mit „When Dreams Fall Apart“ ist ein schöner melodischer Rocker zunächst am Start, dem sich eine Midtemponummer „Tonight Is All You Get“anschließt, die im Solobereich einen interessanten Harmoniewechsel zu verzeichnen hat. Mit „Perfect Love“, dessen Intro mich an irgend etwas erinnert, dessen Name mir aber partout nicht mehr einfallen möchte, schließt sich ein langsamerer Groover an während „“One Life One Shadow“ wieder einen Tick schneller ist. „Do You Ever miss My Passion“ ist schon wieder –ja was wohl?- ein Midtemporocker mit -ja was wohl?- atmosphärischem Keyboardintro. „Echoes Of My Heart“ ist dann die erste richtige Ballade, die durchaus respektabel über die Rampe kommt. Danach kommt - na, habt ihr ‚ne Idee? Richtig! – ein Midtemporocker (gedrosselt), der auf den Namen „I Still Believe“ hört. Mit „I Have Been Waiting“ schließt sich dann eine nette Ballade an, die sich dann erstaunlicherweise zwischenzeitlich zum Midtemporocker entwickelt! „Can I Be Wrong“ ist dann das vermutlich härteste Stück der ganzen Platte mit durchaus annehmbarer Hookline. Die CD wird von „Whenever You Need Someone“ beschlossen, einer Halbballade, die streckenweise zu einem Midtemporocker mutiert.

Hmmmm, wenn ich mir das jetzt so rückblickend noch einmal durchlese stelle ich fest, dass es doch zuweilen ein wenig negativ rüberkommt. Tut mir leid, denn handwerklich haben die Schweden einiges drauf. Vielleicht liegt es an den Ermüdungserscheinungen, wenn fast alle Songs im gleichen Tempo daher kommen. Zum anderen störte mich schon zu Beginn das nicht echt klingende Schlagzeug. Aber das macht ja nix. Wer Japaner ist oder auf Heart steht sollte sich diese Scheibe zulegen, für alle anderen gilt: och, lass mal!

Frank Scheuermann






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