Reviews

Stiff Upper Lip

Label: Warner Music (2001)

Wer AC/DC einmal live gesehen hat, mag kaum glauben, dass die Band schon im gehobenen Alter ist, denn von Ihrer Power hat die australische Hard Rock Legende um Gitarrengott Angus Yound nichts eingebüßt. Leider merkt man auf Ihrem aktuellen Album „Stiff Upper Lip“ nicht allzu viel davon. Den Weg, den die Band schon mit dem Vorgänger „Ballbreaker“ eingeschlagen hat, wird hier konsequent weiterverfolgt. Wer auf Ohrwürmer wie ‚Whole Lotta Rosie’ oder ‚Back in Black’ hofft, wartet vergebens. Bezeichnenderweise ist die erste Single Auskopplung ‚Stiff Upper Lip’ noch eines der schnelleren Stücke. ‚Satellite Blues’ und ‚Safe in New York City’ können vom Speed her noch mithalten, die restlichen Songs kann man aber noch nicht einmal in den Mid Temp Bereich einordnen. Die Gitarrenarbeit ist nach wie vor erstklassig (‚Hold Me Back’, ‚Can´t Stand Still’), dennoch sind das Zeitlupentempo und die Blues Einflüsse unverkennbar. Hervorzuheben sind noch ,All Screwed Up’ (geht sofort ins Blut über) und ,Give It Up’, das als schnelleres Stück den Abschluss des Albums bildet. Mehr davon hätten es schon sein können.

Als bekennender AC/DC Fan ist mir „Stiff Upper Lip“ schlichtweg zu langsam. Dennoch besitzt die Scheibe musikalisch gesehen zweifelsohne Klasse und wird auch Leute in seinen Bann ziehen, die mit AC/DC bisher nichts anfangen konnten.

Oliver Bender






Musicload