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Masquerade

Label: Frontiers Records (2002)

Um es gleich einmal vorweg zu sagen: Reb Beach ist ein phantastischer Gitarrist, der sich bei keiner seiner bisherigen Bands der üblichen Gitarristensünde schuldig gemacht, dem ständigen ´Sich-in-den-Vordergrund-spielen´! Davon konnten sich alle überzeugen, die ihn schon einmal bei einem seiner seltenen Gastspiele in unseren Breiten erleben durften. Zwar geizt auch er nicht mit Gitarrengepose, jedoch frickelt er wenigstens nicht von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. So war das zumindest, als ich ihn 1997 mit Alice Cooper in Balingen und 2000 mit Dokken in Wacken gesehen habe.

Seine grobe stilistische Ausrichtung ist mit den beiden genannten Interpreten schon angedeutet, ergänzen sollte man noch seine erste erfolgreiche Band: Winger. Auf „Maquerade" setzt er vornehmlich auf Songwriting und begibt sich nicht auf den üblichen Weg gitarristischer Soloanwandlungen. Trotz einiger moderner Soundanwandlungen (z.B. angezerrter Gesang, tiefer gestimmte Gitarren) bleibt er dem melodischen Hardrock treu. Ganz nebenbei beweist er, dass er auch als Sänger ganz ordentlich abschneiden kann, von den Keyboards ganz zu schweigen. Besonders empfehlenswert sind der treibende Boogie des Titelsongs, die Halbballade Bleed und das stark von Jimi Hendrix beeinflusste Red. Doch auch der langsame Groover Fanatic besticht durch sein messerscharfes Riffing und die Chorgesänge im Refrain. Mit Day Of The Eagle wird im Schlussdrittel der schnellste, wiederum boogiegetränkte Titel der CD ins Feld geschickt. Er erweist sich als instrumentale Jamsession im Stil der siebziger Jahre. Wem’s gefällt, dem gefällt’s! Ich falle da eindeutig in diese Kategorie, durfte ich doch noch Led Zeppelin mit deren Endlosjams erleben! Die CD endet stilvoll mit dem balladesken Love So True. An dieser Stelle endet die CD, die mir zur Rezension vorliegt. Fragt sich nur, wo der elfte Song hingekommen ist, der auf dem Cover abgebildet ist! Bitte an die Firma: mir gefällt die CD so gut, das ich gerne die noch fehlende Nummer nachgereicht haben möchte!

Fazit: Für alle konservativen Hardrocker rechnet sich dieses Teil allemal, echte Hartwurster jedoch können getrost zum nächsten Titel weitergehen.

Frank Scheuermann