Reviews

Dornig

Label: Trollzorn (2015)

Immerhin 4 Jahre hat es gedauert, bis die Nordlichter ihr nunmehr drittes Album bei Trollzorn fertig gestellt haben. Titel wie Cover mögen den Eindruck eines Konzeptalbums erwecken, ein Blick auf die Tracklist zeigt aber schnell, dass man bunt gemischt unterwegs ist.

Bereits beim Opener gab es für mich die erste Überraschung. Zwar bewirbt der „Beipackzettel“ hier Mittelalter-Rock, mit dem, was man von Saltatio Mortis oder ähnlichen Truppen gewohnt ist, hat der Stil allerdings eher wenig zu tun. Gerade „Man(n) liebt dich“ lässt einen eher an Knorkator oder NDH denken. Das tut der Stimmung allerdings keinen Abbruch. Im weiteren Verlauf kommen die Mittelalterelemente dann zwar stellenweise deutlicher hervor, etwa bei „Alles dreht sich“ oder dem Intro von „Mann“.
Insgesamt bleibt es aber bei Einzelelementen, die mal mehr (Refrain bei „Seelenjagd“; „Trinkfest“), mal deutlich weniger („Drei Wege“) ausfallen. Insgesamt kann die Mischung aber überzeugen.
Einziger Wermutstropfen ist für mich „Schach“, wo man sich etwas zu sehr auf Charons Stimme verlässt. Vor der recht monotonen musikalischen Untermalung wird hier jedoch deutlich, dass es für die Wilderei in Rammstein-Gefilden dann stimmlich doch nicht ganz reicht.

Fazit: Für experimentierfreudige Mittelalterfreunde oder als Spaßmucke für das nächste Metbesäufnis durchaus zu empfehlen, selbst Fans von NDH oder Deutschrock könnten hier das eine oder andere Schmuckstück finden. Mittelalterpuristen sollten jedoch einen weiten Bogen um die Scheibe machen.

7/10


KoJe






Rock & Pop Tickets bei www.eventim.de