Reviews

Ripper
The Dead Have Rizen

Label: Black Widow Records (2009)

Im Jahr 1987 mischte eine Metalband aus Texas kurzfristig die Underground-Szene mit ihrer billig produzierten Scheibe „The Dead Shall Rize“ auf. Die Jungs tischten damals kernigen Heavy Metal mit Horrorthemen auf, der versuchte, im Fahrwasser von Top Acts wie Alice Cooper, King Diamond, Halloween oder WASP zu segeln. Leider wurde nicht viel daraus und mitten in den Aufnahmen zur zweiten Scheibe war dann Schicht im Schacht und die Band zerstreute sich in alle Himmelsrichtungen.

Nun, über zwanzig Jahre später –und kurz nach dem Rerelease der ersten Ripper-Platte über das italienische Black Widow Label- erscheint diese Platte nun doch noch, allerdings komplett neu eingespielt. Rob Graves hat gemäß des alten Mottos aus dem Film Blues Brothers nur mals schnell "die Band wieder zusammen geholt" um die Versäumnisse von damals nachzuholen. Und was man zu hören bekommt lässt mein Herz höher schlagen. Natürlich ist die Produktion billig, roh und räudig. Natürlich sind alle Riffs bestenfalls 80er Jahre Standard. Aber ich liebe so etwas. Das ist Rock'n'Roll von der Basis, von Leuten die genau das machen wollen, was sie auch tun.

Zur Systematik der CD passt der Titel des neuen Outputs wie Arsch auf Eimer: "The Dead Have Rizen" (man beachte die absichtliche Falschschreibung, die im Hardrock seit Slade Tradition hat!). Nach einem musikalisch stimmungsvollen aber verzichtbaren Intro legt man mit Hardrock im Midtempobereich los, ohne dieses Fahrwasser wieder zu verlassen. Allerdings verstehen es die Jungs, durch minimale Mittel (düstere Stimmen, Keyboards) eine durchgehend gruselige Stimmung zu erzeugen, selbst wenn man die Texte nicht beachtet.

Für alle, die noch einen weiteren Kaufanreiz benötigen sei noch gesagt, dass Rob Graves die Platte seinem alten Kumpel Dimebag Darrell gewidmet hat. Da die CD derzeit bei Amazon nicht lieferbar ist, wendet Ihr Euch bei Interesse am besten direkt an blackwidow.it oder den deutschen Vertrieb bei juergen@hellionrecords.com.

Frank Scheuermann






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