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Desert Of Tears

Label: Metal Heaven (2007)

Vielen, oder gar den meisten, dürfte der Name Ruffians so gut wie unbekannt sein (außer einigen alten Säcken), schließlich haben die Amis außer einer dem Debüt und einem 4-Tracker nicht gerade viel auf die Reihe bekommen. Wirft man aber einen Blick auf die Besetzung, dürften viele Äuglein ins Leuchten geraten, schließlich erwies sich Ruffians als das Sprungbrett für Vicious Rumors-Gottsänger Carl Albert (r.i.p.), der Ruffians verließ und mit der Power Metal-Institution wahrhaft großes vollbrachte. Danach war dann auch erst mal Schicht im Schacht, bis man 2004 einige Reunion-Shows spielte (u.a. Bang Your Head, Keep It True) und nun in alter Besetzung + Albert-Nachfolger Rich Wilde das längst überfällige Zweitwerk der Meute zum Fraß vorwirft.

Auch ich muß zugeben, bisher nur den Namen gekannt, aber noch nie einen Ton von Ruffians vernommen zu haben, so dass ich verdammt gespannt auf diesen Release war. Der Name Albert kann einen nämlich recht gut auf den Holzweg führen, schließlich hat das hier nicht viel mit dem technischen Power Metal von Vicious Rumors gemeinsam, auch wenn einige Harmonien gut zum VR-Debüt "Soldiers Of The Night" oder dem Überwerk "Digital Dictator" gepasst hätten (wie beim Titeltrack). Allerdings gehen die Jungs um die beiden Klampfer Craig Behrhorst und Chris Atchison eher simpel vor und erinnern oftmals an Acts wie die völlig genialen Malice. Simpel bedeutet hier, dass die Songs aus recht einfachen, sich wiederholenden Riffs bestehen und nur ab und an bei den Soli das Können der Gitarristen aufblitzt. Nur schade, daß Sänger Rich Wilde nicht an das Stimmvolumen von Malice-Fronter James Neal oder gar des Vorgängers Carl Albert heranreicht. In diesem Sektor wäre definitiv mehr zu holen gewesen.

Dies soll aber nicht die Klasse von Songs wie dem Opener 'I Believe', 'Desert Of Tears' (simples, aber effektives Riff) oder dem speedigen 'Live By The Sword' schmälern, die für jeden Fan des melodischen 80er Hard Rock / Heavy Metal ein gefundenes Fressen darstellen. Ohne Zugeständnisse an den Zeitgeist (selbst die Produktion klingt authentisch nach alter Schule) rockt man schnörkellos nach vorne (außer bei der unnötigen Pimper-Ballade 'It Ain't Over') und treibt jeden Verfechter der modernen Lehre gnadenlos in den Wahnsinn. Und das, meine Damen und Herren, ist auch gut so!

Michael Meyer