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Death Is Not A Destination, It's A State Of Mind

Label: Rough Trade Distribution (2005)

Mal wieder eine Band mit dem allseits bekannten und beliebten Artikel „The“ im Namen. The Royal Cream kommt aus Schweden und besteht eigentlich nur aus zwei Personen: Roy und Al Cream. Die Namen verdeutlichen die Verbindung der Musiker mit ihrem Projekt. Inspiriert von Bands aus den 60er und 70er Jahren leben die zwei ihre Liebe zum Rock’n’roll voll aus. Auf der letzten Tour nach Deutschland war der Trupp nur mit der Minimalbesetzung unterwegs: Zwei Gitarren und einem kleinen Drumkit. Nun kommt das Debüt und ein neuerlicher Trip in unsere Lande steht schon wieder in den Startlöchern, diesmal mit einer kompletten Band.

Bei der Band wird alles aus den alten Zeiten gemischt, egal ob Punk à la Clash oder Pop von einer der zahlreichen erfolgsverwöhnten Chartbands der beiden Dekaden. Der Klang ist am einfachsten mit The Dead 60s ohne Dub zu beschreiben, wenn man nur ein Vorbild herausgreifen will, denn die vielen Einflüsse machen den Sound etwas komplex. Leider ist die Stärke der Band, möglichst viel aus der zwei Mann Besetzung herauszuholen, was ihnen ohne Frage gelungen ist, doch es fehlt trotz der Vielseitigkeit irgendwas in der Musik, die vielleicht ein dritter oder sogar vierter Mann bringen könnte. Obwohl nur knapp 30 Minuten auf der Scheibe sind, ist der Sound nicht komplett unabhängig entstanden, will heißen, die Band hat sich kräftig bei anderen Musikern bedient um auf ihre Gesamtspielzeit zu kommen, dadurch sind einige gute alte Ideen neu verarbeitet und abgefeilt worden, die nicht Mal schlecht sind. Es ist eigentlich schade, aber die halbe Stunde geht schnell um und im Kopf bleibt wenig zurück, denn was aus den Boxen kommt hat man alles schon mal irgendwo gehört, so dass die Band sich vielleicht wieder in den Proberaum gehen sollte um ihre Musik etwas umzustrukturieren und einen eigenen Stil zu entwickeln, der länger vorhält.

Wer kurzweilige Musik mag, die man sich zweimal anhört und dann im Schrank verschwinden lässt, der kann zugreifen, alle andern sollten sich an anderen Bands gütlich tun.

Winfried Bulach






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