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Holy Hell

Label: AFM Records (2005)

Die Augen der Ewigkeit (das Vorgänger-Werk „Eyes Of Eternity“) sind noch nicht ganz geschlossen, schon entfesselt Stahlkehlchen Rob Rock seine Heilige Hölle und zeigt, dass die beiden vorangegangen Alben kein Akt von Anfängerglück waren, sondern dass es der ehemalige M.A.R.S.-, Impellitteri-, Axel Rudi Pell-Frontmann durchaus draufhat, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und superbe Songs am Fließband zu schreiben. Dabei gelingt ihm der schwierige, für manch andere Band recht erfolglose Spagat zwischen eingängigen Melodien und kompromissloser Härte, was den Opener ‚Slayer Of Souls’ und beispielsweise den Titeltrack dank der famosen Gitarrenarbeit Carl Johan Grimmark´s (der in seiner Heimat Norwegen wohl zu den versiertesten Axt-Kämpfern zählen dürfte) und Daniel Hall´s zu lupenreinen Up-Tempo-Power Metal-Projektilen avancieren lässt. Das extrem düstere ‚Lion Of Judah’ weist ab und an gar Reminiszenzen zum Thrash auf und überrascht dann doch mit einer melodischen Gitarren- und Gesangslinie.

Nach diesem Gewitter folgt dann mit dem folgenden ‚Warrior’ ein Song, den ein gewisser Don Dokken früher wohl kaum verschmäht haben dürfte. Ein Hardrocker, der den Reviewer nostalgisch den Klassiker „Back For The Attack“ (Dokken) aus dem Plattenschrank kramen lässt, um in guten alten Zeiten zu schwelgen.

Natürlich darf die obligatorische Ballade – hier in Form von „I´ll Be Waiting For You“ – nicht fehlen. Leider stinkt der Song ob seiner recht kitschigen Ausführung gegenüber dem Restmaterial gehörig ab und entpuppt sich als (einziger) Negativpunkt einer ansonsten überragenden Scheibe, die mit ‚When Darkness Reigns’ und ‚The Revelation’ ihren würdigen Abschluß findet.

Wie schon bei dem Vorgänger, wird auch „Holy Hell“ von einem absolut genialen Cover-Artwork veredelt; alles in allem ist dieser einmal mehr von Soundguru Roy Z. produzierte Soundtrack zum Leben nach dem Tod für melodisch orientierte Metaller absolute Pflicht!

Michael Meyer






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