Reviews

Made In Hell

Label: STF Records (2004)

In der Hölle ist dieses Album der Thrasher aus der Heimat geschmiedet, sagt zumindest der Titel. Doch nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird und das trifft hier leider nur leider allzu deutlich zu. Was hier gespielt wird ist nur ein im Mikrowellenherd gewärmtes Essen aus den Achtzigern. Genauer gesagt aus Essen, daher kommt nämlich auch die Referenz von Reflection, denn die (ganz) alten Kreator, also Alben 1-3, scheinen an allen Ecken und Enden durch. Sei es im Gesang, wo Mille allgegenwärtig ist, als auch in der Musikabteilung, die typisch deutsch rifft und knüppelt, sprich hektisch, treibend, nicht immer sauber und ungenau. Das ist an sich noch keine Schande, aber es klingt einfach nur nach abgekupfert, ohne das eigene Quentchen, das soviel Unterschied macht. Auch wundert es wenn im Infopapier von Progressiveinflüssen die Rede ist, die eindeutig nicht vorhanden sind.

Live machen Reflection bestimmt Spaß, aber auf Platte schlägt auch die magere Produktion, die gerade auf Kopfhörern wirklich nervt, dem Fass den Boden aus. Die Texte sind in kreatorschen-deutschen Englisch (‚I am a kreature of the night‘) verfasst, das gelegentlich doch ein Lächeln auf die Lippen zaubert, da sie auch sehr gut verständlich sind. Herauszuheben ist kein Song, keiner ist schlecht, doch es ist alles schon gehört und bekannt. Kreatorfans, die sich an den alten Sachen sattgehört haben dürfen sich den Namen Reflection merken, alle anderen warten auf das nächste Teil, denn was nicht ist kann noch werden, es war ja das Debütalbum.

Christian Kremp






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