Reviews

Melancholy Beast

Label: Point Music (2004)

Ein Cover wie es prädestinierter nicht sein könnte für Interpretationen jeglicher Art über die Aussage des Machers. Künstlerisch wertvoll also was uns Pyramize auf ihrem Erstlingswerk „Melancholy Beast“ hier liefern. Das Prädikat wertvoll gilt hierbei aber nicht nur für das Artwork, sondern auch für das musikalische Schaffen der amerikanisch / dänischen Formation. Ohne groß um den Brei herumzureden kann man zweifellos feststellen, dass der Band mit diesem Album ein großartiges Werk gelungen ist. „Melancholy Beast“ ordnet sich stilistisch zwischen den letzten Releases von Lanfear ( „The Art Effect“) und Balance Of Power („Chemical Imbulance“) ein. Wer diese fantastischen Alben bereits genießen durfte, wird auch an Pyramize seine helle Freude haben. Die Band kombiniert auf die gleiche Art und Weise Powermetalelemente mit melodischen Zügen, progressiv angereichert und atmosphärisch durch die Keys veredelt. Ein extra Kompliment geht hierbei an Drummer Morten Gade, der dem nicht gerade einfach gestrickten Songmaterial dennoch gekonnt Takt und Rhythmus vorgibt. Die neun Songs brillieren allesamt auf einem sehr hohen Level, ausgefallene Soli, Keyboard und Gitarrenduelle, ruhige Passagen gefolgt von Doublebasegewittern aber immer eingebunden in einem Konzept aus hervorragenden Arrangements und einem gehörigen Maß an Melodie. Im Übrigen findet sich in den Reihen von Pyramize auch ein durchaus promineter Sänger: Lance King. Der frühere Shouter von Balance Of Power ähnelt beim Opener ,Sleepy Hollow’ noch verdächtig Axxis Frontmann Bernhard Weiss, was wohl eher einem gesanglichen Experiment gleichkommt. Im weiteren Verlauf findet der Shouter zur gewohnten Stärke und treibt die Stücke durch sein klares und hohes Organ voran. Mein persönlicher Fave auf dieser Scheibe ist ,Legend’ auf Grund der überragenden Gesangslinien, gefolgt von ,Mighty Abyss’ und ,Power Of Imagination.’

Ein musikalischer Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Oliver Bender






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