Reviews

I

Label: Sound Guerilla (2006)

Aus dem Hause Sound Guerilla flattert uns hier eine nettes Scheibchen auf den Schreibtisch. Es handelt sich dabei um das Debüt der deutschen Band Phoenix Rising aus dem weiteren Umfeld von Grave Digger. Mir geht vom ersten Ton ein Schmunzeln quer übers Gesicht, da mir fast jedes Versatzstück bestens bekannt vorkommt. Phoenix Rising spielen traditionellen Heavy Metal traditionellster Prägung, wie man ihn aus den 80ern kennt. Dabei scheinen nicht nur Accept und die alten Running Wild im Plattenschrank von Ralf Riebatzki (Vocals) und Co. Zu stehen, sondern auch NWOBHM Veteranen wie Witchfinder General Witchfynde. Gerde gesanglich erinnern PR an die britische Band, die uns mit 'Friends Of Hell' und 'Death Penalty' schier unsterbliches Hörvergnügen bereitet haben.

Nun, damit ist fast alles gesagt: das Songwriting ist (Gott sei es gedankt!) altbacken, ebenso das Riffing. Die Solos (inkl. Gelegentlicher zweistimmiger Läufe) waren auch alle schon einmal da - aber auch das stört mich keineswegs. Für mich verbreiten PR das Flair, das für mich seit 1979/80 den damals neu aufkommenden Heavy Metal so charmant und unwiderstehlich gemacht hat. Street credibility, authentische Charaktere, die ihren Rock'n'Roll Dream zu leben scheinen, egal wie die sie umgebenden Strömungen sind. Das Ganze in ansprechendem aber nicht übertrieben gestaltetem Sound, für den Grave Diggers Manni Schmidt verantwortlich zeichnet. Ob es wirklich notwendig war, Michael Schenkers 'Armed And Ready' zu covern, kann man einfach mal als Frage im Raum stehen lassen. Allerdings ist diese Coverversion keineswegs misslungen, ich hätte mir nur stattdessen ein bis zwei weitere Eigenkompositionen gewünscht. Fraglich, ob eine Band sich im Jahre 2006 mit diesem Sound am Markt durchsetzen kann. Aber für mich persönlich ein Born der Freude. Ich kann sie mir schon zu gut im Konzert vorstellen....

Frank Scheuermann






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