Reviews

Tear From The Red

Label: Roadrunner Records (2004)

Es ist reine Ironie, dass eine Band wie Poison The Well Positivität verbreiten will und den Hörer einfach unterhalten möchte, weil in der heutigen Zeit gute Nachrichten eher Mangelware sind. Gegründet wurde das Quintett 1997 und schwappt dieses Jahr per Roadrunner Express noch mal ordentlich über den großen Teich. 2002 hat der Fünfer „Tear From The Red“ auf Trustkill veröffentlicht und findet dieses Jahr zusammen mit ihrem Debütalbum „The Opposite Of September“ seinen Weg in das Repertoire des großen Labels. Der Weg ist nicht ungewöhnlich, denn wer frischen Wind in die Musikszene bringt und anklang beim Publikum findet, baut sich seine Nische im Musicbiz.

Wie erwähnt war dieses Album das zweite Werk der Jungs aus Florida und man kann hören, dass es strukturierter aber nicht minder heftig zugeht. ‚Botchla’ fängt mit einigen Akustikakkorden und einem sanften Gesang an. Man könnte meinen es würde eine Rockballade kommen, aber wenn die E-Gitarren einsetzen, dann fängt Jeffery an zu schreien was das Zeug hält. Geschrieene Passagen lösen sanften Gesang ab der immer von stampfenden Riffs begleitet wird. Lyrisch erinnern Poison The Well eher an eine Emo Band denn der Großteil der Songs sind offensichtlich an einen weiblichen Gegenpart gerichtet. Offensichtlich ist das etwas widersprüchlich, aber die Intention der Band, wie Derek irgendwann von sich gab. Er meinte mit einem Zwinkern, dass Poison The Well eine „Noisecore Emo Band“ werden sollte und irgendwie beschreibt dieser Ausdruck das was die Jungs machen schon sehr gut. ‚Horns And Tales’ ist für Fans langsamer Stücke genau das Richtige. Es ist ein komplett auf Akustikgitarre gespielter Song in dem Sänger Jeff nicht ein einziges Mal schreit, sondern stattdessen zeigt welche Sangesqualitäten er sonst noch vorweisen kann. Experimentell wird die Band in ‚Karsey Street’ das kein Song ist sondern eher ein Mix aus diversen Sounds.

Die Band ist innovativ, kann sanft und auch hart sein, also kann jeder ruhig mal reinhören der auf aggressive Musik steht die auch mal langsame Elemente beinhaltet. Für Hardcore Fans sollte der Besitz dieses Albums bereits obligat sein.

Winfried Bulach






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