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Gift

Label: EMG Music (2002)

Im Jahre 1998 fiel der Startschuss dieser jungen und aufstrebenden Rockband aus Ulm. In den vergangenen vier Jahren konnte man einige Newcomer Preise einheimsen und durfte namenhafte Bands wie Reamonn, Die Happy oder die Emil Bulls supporten. Nun im Jahre 2002 ist es endlich soweit und Pfeffer präsentieren ihren ersten Longplayer „Gift“. Mit deutschen Texten, rockenden Gitarren, einer gewissen Portion Aggressivität und mächtig viel Power wollen die vier Jungs mit den hier vorhandenen zwölf Tracks das Publikum auf ihre Seite ziehen. Mit klassischem aggressiven Crossover kommen Pfeffer mit ‚Luxus’ auch gleich zur Sache. In ‚Zu mir’ hingegen bauen die Ulmer auf Sprachgesang, der im Chorus durch eingängige Rock-Vocals ersetzt wird, die einem das erste Mal zum Mitsingen verleiten. Auch ‚Für mich’ ist recht eingängig und überzeugt durch den mehrstimmig gesungenen Refrain und ein Gitarrenriffing, das stark an Subway to Sally erinnert. In ‚Euphorie’ wird es dann spaciger und vor allem aggressiver, was natürlich auf Kosten der Eingängigkeit des Songs geht. Wie es sich für den Titel des nächsten Songs (‚Schmerz’) gehört kommt der Gesang leidend, verzerrt und mit einer gehörigen Portion Aggressivität rüber, eine gelungene Gitarrenarbeit rundet diesen Song ab. Geschrieen wird im darauf folgendem Song ‚Schreien’ keineswegs, denn hinter dem Titel verbirgt sich die Ballade des Albums. Mit emotionalem Gesang, gut in Szene gesetzten Backing Vocals und einem einprägsamen Refrain wird ‚Schreien’ durchaus zu einem Highlight dieses Debütalbums. Zum Abschluss gibt’s mit ‚Hol mich’ nochmals einen harten Song geboten, der durch einfache Gitarrenarbeit und gelungene Bassläufe ein versöhnliches Ende findet.

Pfeffer nutzen die Gunst der Zeit und spielen frischen Crossover (was heutzutage anders genannt wird), der nicht nur durch die deutschen Vocals ein wenig Abwechslung in die Szene bringt. Ein durchaus gelungenes Debüt, der Ulmer Jungs.

Nils Manegold






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