Reviews

Above The Storm

Label: Frontiers Records (2006)

Nun denn, ein neues Jahr und eine neue Veröffentlichung, die mit dem Namen Jim Peterik versehen ist. Bisher hatte ich ja so meine Probleme mit diesem Namen, der untrennbar mit der Band Survivor und den Charterfolgen von 38 Special verbunden ist. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an meine nicht ganz so wohlwollende Kritik seiner Liveplatte von vor drei Jahren. Liegt es an meiner negativen Voreinstellung, dass ich von der neuen Platte so positiv überrascht bin? Bisher hat mich von seinem Schaffen nämlich nichts angesprochen, der Eindruck bei „Above The Storm“ ist allerdings durchweg sympathisch. Zum ersten Mal überhaupt habe ich bei Herrn Peterik das Gefühl, dass er mit seiner Musik etwas ausdrücken möchte. Dazu bietet er uns eine durchweg routinierte typische US-Rockplatte, bei der er dieses Mal auch für den größten Teil der Gitarren verantwortlich zeichnet und nicht nur für die Keyboards. Das hat möglicherweise zu erdigeren Arrangements geführt. Dabei bleibt immer noch genug Spielraum für Spielereien (Percussions bei ‚Burning With A Reason’) und unterschiedliche Stimmungslagen. Ein Song wie ‚Hiding From Yourself’ könnte in dieser Form auch auf „The Last Rebel“ von Lynyrd Skynyrd gestanden haben. Wenn Herr Peterik weiterhin Roots-Rock-Alben veröffentlicht ohne allzu offensichtlich auf die Charts zu schielen, dann werden wir vielleicht doch noch Freunde. Und in meinem Cabrio wird „Above The Storm“ dann demnächst doch öfters laufen!

Frank Scheuermann