Reviews

Evolution Purgatory

Label: Noise Records (2004)

Was haben Alexander und Persuader gemeinsam? Beide haben einen groß angelegten Talent Wettbewerb gewonnen, hier enden aber glücklicherweise auch schon die Paralellen. Während Deutschlands sogenannter Superstar mit ständig wiederkehrenden Schnulzensongs unser aller Gehör plagt, sind Persuader ein heißer Anwärter auf die besten Newcomer des Jahres in der Sparte richtige Musik. Die Combo hat das im Jahr 2002 stattgefundene Yound Metal Gods Projekt gewonnen, bei dem sie sich gegen mehrere hundert Bands durchsetzten und auch in der Endausscheidung vor einem Publikum und Jury die letzten 4 Formationen hinter sich ließ.

Persuader kommen (wie hätte es auch anders sein können) aus Schweden, haben bereits eine bewegte Geschichte hinter sich und bestehen durchweg aus Vollblutmusikern. Gitarrist Emil Norberg macht auch am Saxophon eine gute Figut, sein Bruder Nils dürfte einigen auch als Saitenzupfer bei Nocturnal Rites ein Begriff sein. Basser Fredrik hat auch schon die Tasten zum Klingen gebracht, Drummer Efraim versteht sich zudem gut an der Gitarre.

Was die vier Herren jedoch an ihren gewohnten Instrumenten draufhaben, stellen sie mit dem Debut „Evolution Purgatory“ eindrucksvoll unter Beweis. Das Album ist eine Heavy Metal Scheibe erster Güte. Von Beginn an zündet die Band ein Feuerwerk an powergeladenen Songs mit unheimlich viel Speed, Härte und Charisma. Die Tracks sind ungemein eingängig gespielt und kombinieren einfache Meldodien mit komplexen Songstrukturen. Stücke wie ,Godfather’ oder ,Passion/Pain’ erinnern stellenweise an Rawhead Rexx, legen aber nochmal eine Schippe beim Tempo drauf. Trotz des jungen Durchschnittsalters der Schweden (23) merkt man Ihnen die lange Bandzugehörigkeit an. Der Vierer harmoniert exzellent, die Gitarren wirken ebenso wie die Rhythmussektion perfekt aufeinander eingespielt. Sänger Jens Carlsson ist nicht einer dieser 08/15 Shouter, er hat ein herrlich aggressives Organ, bewegt sich irgendwo zwischen Piet Sielck und Hansi Kürsch und reizt seine Stimme oftmals bis zum Aüßersten (,Turn To Dust’). A props Piet Sielck: Der Iron Savior Frontman hat diese Platte produziert und konnte es mal wieder nicht lassen, auch im Hintergrund mitzusingen, was teilweise extrem zu Buche schlägt (,Sanity Soiled’). Beim nächsten Mal bitte sein lassen. Die ersten vier Songs sind allesamt Genickbrecher, leider kann die Band das hohe Anfangsniveau nicht durchgehend halten. Im zweiten Teil der Scheibe wird man das Gefühl nicht los, dass die Schweden die Songs vor allem durch Tempowechsel abwechslungsreicher gestalten wollen, was meiner Meinung nach gar nicht notwendig gewesen wäre. Deswegen sind die restlichen Stücke „nur noch“ mit gut zu bewerten, heben sich aber immer noch von der Masse an Releases in diesem Sektor deutlich ab.

Höchst erfeuliches Debut von Persuader, die mit einigen Killersongs ihre Qualitäten unter Beweis stellen. 100%-tige Kaufempfehlung!

Oliver Bender






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