Reviews

Katharsis

Label: Massacre Records (2002)

Ein äußerst schwieriges Album legen Pathos mit ihrem dritten Werk „Katharsis“ vor. Zunächst einmal die Fakten; produziert wurde das Album von Anders Theander, der sich auch schon für die Platten von Majestic und Midnight Sun verantwortlich zeigte. Das Cover des 64minütigen Silberlings ziert ein surrealistisches Gemälde von Niklas Sundin; sehr sehenswert.

Nun aber auf zum Salz in der Suppe, der Musik. Modern, aggressiv und klar dröhnt ein Cocktail aus verschiedensten Spielarten des Metals aus den Boxen. Das sehr gefällige und variable Bassspiel wird von einem druckvollen Schlagzeug gelenkt. Der Sänger, anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, ist variabel, meist jedoch im epischen Power Metal verwurzelt, gelegentlich in etwas tieferen klaren Gefilden gelagert, liegt ihm Geschrei oder Gegrunze fern. Die Gitarren, tja, man nehme Power Metal, US-Thrash, Heavy und einen Schuss Death Metal (insb. ‚Detonation’) würze das Ganze mit viel Progressivität und schon ist man fertig. Ein ausgefeiltes Songwriting kommt ebenfalls hinzu. Am Anfang liegt die Chose noch schwer wie tunesisches Essen im Magen, auch wegen der Länge der Tracks von durchschnittlich 5-6min, so kommt dann aber doch mit jedem Durchlauf des Materials die Stärke mehr zum Vorschein. Sind die Songs erst einmal im Ohr, so freut man sich auf die gelungenen Arrangements und die Feinheiten der Songs. Einzige Ausnahme, die direkt ins Ohr geht, ist ‚Inhale’, ein göttlicher Song, der einen schmissigen Refrain und ein geiles Grundriff besitzt und zudem auch noch leicht zu konsumieren ist. Positiv kommt das allgemeine Talent von Pathos hinzu, fast jeden Track mit solch einem faszinierenden Intro zu versehen, dass man direkt Lust auf mehr hat. Ausschläge in der Skala nach oben sind genanntes ‚Inhale’, ‚Violated’, ‚Infect Reject’ und ‚Torn’, nach unten ‚Time To Act’.

Jeder Song hat seinen eigenen Charakter und vereint verschiedene Stile in sich, z.B. klingt das Grundriff von ‚Violated’ für mich ähnlich wie Forbidden auf „Twisted Into Form“, während ‚Torn’ eher im flüssigen Power/Heavy Bereich liegt. Ganz wichtig ist noch, dass die Musik trotz allen Spielereien immer hart genug ist, um Metal genannt zu werden. Wer Geduld hat, progressiven und damit natürlich auch modernen Metal hören will und einen etwas zu pathetischen Sänger (bei dem Bandnamen) verkraften kann, sollte reinhören. Wer einfachen eingängigen Metal erwartet, hat dieses Review umsonst gelesen.

Christian Kremp






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