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Passenger

Label: Century Media (2003)

Anders Fridén - der Name ist Programm seitdem In Flames zum Aushängeschild in der Melodic Death Szene avancierten und sogar Vorreiter eines eigenen Stils wurden, des ´Gothenburg-Metals´, dessen sich viele neue Bands bedienen, da bekannt ist, wie erfolgreich die Musik aus Göteborg doch ist. Der ein oder andere möge jetzt sagen, „oh, noch eine von diesen Bands…“, Passenger aber passen nicht genau in dieses Konzept des Göteborg-Metals hinein, es war nur sehr schwer, die Musik in eine Kategorie zu schieben.

Angefangen hat das Ganze schon 1997 als Gitarrist Niclas Engelin mit Anders Fridén auf der In Flames „Whoracle“-Tour sich näher gekommen sind (musikalisch natürlich…). Demos aber waren das einzige, was damals beim Jammen raussprang, bis zum heutigen Tag, an dem das selbstbetitelte Erstlingswerk nun in die Plattenläden kommt.

Musikalisch ist das Konzept breit gefächert, mal cleaner Gesang, mal aggressive Vocals kommen aus dem Mund vom In Flames Frontmann. Gleich zu Beginn steht mit ‚In Reverse’ ein Powersong im Vordergrund, der als Markenzeichen eben diesen Stilwechsel im Gesang sein eigen nennen kann und druckvolle Melodien im Hintergrund zu bieten hat. Diese Power aber lässt zur Mitte der CD hin etwas nach und langsamere oder Midtempo Songs lösen die Druckwelle ab. ‚In My Head’ beispielsweise ist mit der langsamste Song, trotzdem drückt er keineswegs das im Refrain zitierte „Tired Of This World“ aus, da er überhaupt nicht langweilig oder ermüdend erscheint. Alle Songs besitzen ihren eigenen Charakter und stehen individuell alleine für sich; ‚Circus’ zeichnet sich durch seinen nervösen aber interessanten Gitarrenrhythmus aus, ‚For You’ besitzt ein Duett im Refrain, ‚Rain’ ist markant durch die verzerrten Stimmen im Song. Am interessantesten aber ist der Song ‚Carnival Diaries’, der nicht nur durch seinen extravaganten und seltsamen Titel sofort ins Auge fällt, sondern auch durch die extravagante Musik, in der es wirklich schwer ist, den roten Faden zu finden, so vertrackt ist der Song gespielt.

Hat man die knapp 43 Minuten dann hinter sich, ist es schwer einen absoluten Favoriten herauszufiltern oder gleich zu sagen „Hey, Song Nummer 3 hatten diesen Refrain und Nummer 1 war unheimlich schnell...“, da ein homogenes Angebot an Titel auf dem Album vorhanden ist, das seine Zeit braucht, um verinnerlicht zu werden. Diese Zeit aber sollte man sich auf jeden Fall nehmen, ansonsten könnte der geneigte Schwermetall Fan etwas verpasst haben. (thomas)
 
Thomas Schmitt