Reviews

Loud Like Love

Label: Vertigo Records (2013)

Früh haben Placebo angefangen Musikgeschichte zu schreiben und mittlerweile zählen sie wohl zu den bekanntesten Alternative Rockbands weltweit.
Ihr nun siebtes Studioalbum "Loud Like Love" soll die Bandgeschichte und ihre Karriere weiterführen und ihre musikalischen Fähigkeiten in neue Sphären lenken.

Im Laufe der Jahre haben wir sehr viele musikalische Entwicklungsschritte verfolgen können, gezeichnet war der Sound von Placebo bis dato eher von schwermütigen und düsteren Klängen, mit ihren Texten haben sie jeden getroffen und in jedem seine dunkelsten Seiten hervorgebracht. Nun lernen wir eine gänzlich andere Seite kennen.
Auf dieser Platte bekommen wir zum ersten Mal einen guten Eindruck davon, dass diese Band ihre musikalischen Grenzen noch lange nicht erreicht hat.

Ihr Sound ist deutlich fröhlicher, optimistischer, ja fast schon verspielt und trotzdem verliert es nichts an seiner gewohnten Ernsthaftigkeit.

Hört man Lieder wie 'Too Many Friends', 'Rob The Bank' oder 'A Million Little Pieces' kommt man in genau diesen Genuss. Im ersten Moment, rein vom Musikalischen her, frägt man sich, was aus der gewohnten Ernsthaftigkeit geworden ist, doch besinnt man sich auf die Texte, bekommt man genau das auf dem Silbertablett serviert. Treffender denn je!

Ein ganz besonderes Stück möchte ich noch hervorheben und euch unbedingt ans Herz legen: 'Bosco'. Ich habe selten etwas Schöneres und gleichzeitig Wehmütigeres gehört!

Frontmann Brian Molko sagt über "Loud Like Love": "Ich glaube, ich war noch nie in meinem Leben so ehrlich wie auf diesem Album." Und das trifft es eigentlich wirklich am Besten! Wer könnte es besser beurteilen, als derjenige, der es geschaffen hat?

Ich frage mich, was uns diese Band auf einem neuen Album überhaupt noch überraschend positives präsentieren kann… Großartige Leistung, immer noch!

10/10

Me Lina