Reviews

Immortal

Label: Frontiers Records (2012)

Das mit Jim Peterik und mir wird in diesem Leben wohl nichts mehr. Egal, er wird es verkraften können. Melodic Rock und AOR Fans werden sich jetzt bestimmt wieder vor Freude überschlagen, während sich mir schon vorm Anhören die Nackenhaare kräuseln. "Immortal", die neue Scheibe mit dem stilvollen Cover fährt alle Eigenschaften auf, die man von Jim Peterik zu erwarten hat: Große Melodiebögen, die sich ins Gehör fräsen und sich dort viel zu lange festsetzen, dazu ein paar markige Gitarren, damit es sich noch ein wenig nach Rockmusik anhört. So stellt sich vermutlich der Bankangestellte in mittleren Jahren Rock'n'Roll-Revolte vor. Nun ja. Über allem thront Toby Hitchcocks zugegeben sehr ansprechende Stimme. Die Arrangements sind so, wie man sich das bei einem AOR Album vorstellt: Die Schnittmenge aus Journey, den schlechteren Sachen von Foreigner und ein Schuss Styx-Pathos.

Tut mir leid, aber mich spricht das definitiv nicht an. Ich habe Pride Of Lions, die eine kreative Pause eingelegt hatten, in der Zwischenzeit nicht vermisst - nein, noch nicht einmal gemerkt, dass sie fort waren. Für mich bleibt Jim Peterik der Dieter Bohlen der Rockmusik. Und dem ist meine Meinung genauso piepschnurzegal wie Herrn Peterik. An die Zielgruppe wird man diese Scheibe auch gegen meine Überzeugung lastwagenweise ausliefern. Allen, denen das gefällt: Viel Freude mit "Immortal"!

Frank Scheuermann