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3000 Days

Label: K-Scope (2009)

Seit etwa zehn Jahren (siehe Plattentitel!) existieren die Ananas-Diebe schon und werden von allen, die sie kennen, abgöttisch geliebt. Leider waren das bislang nicht allzu viele. Nur wer regelmäßig bei einem sympathischen Versand wie Just For Kicks einkauft, stolpert seit Ewigkeiten ständig über diesen Namen. Daher waren alle bisherigen Veröffentlichungen dieser Band zumeist nur als sauteure Importe oder über ebay zu ersteigern.

Um diesen Zustand nachhaltig zu verändern, haben Pineapple Thief nun bei K-Scope unterschrieben. Als erstes kommt eine quasi Best Of-Scheibe dieser so überaus ambitionierten und zugleich leichtfüßigen Band auf den Markt. Und die ist genau das, was Porcupine Tree Fans bisher noch gefehlt hat. Musikalisch ist man gar nicht so weit vom Klanguniversum des Herrn Steven Wilson entfernt, zuweilen etwas weniger episch aber auch weniger metallisch, dafür ein Eckchen mehr verspielt.

Wie es sich für eine solche Scheibe gehört, ist alles auf diesem üppig ausgestatteten und wundervoll verpackten Doppeldecker im Überfluss vorhanden: Starke Melodien, einfühlsame Momente, aber auch gelegentliche Temperamentsausbrüche, welche der Musik die notwendige Würze geben. Ähnlich den bereits angesprochenen Porcupine Tree hat man zumeist nicht den Eindruck einem Musikstück zu lauschen. Vielmehr taucht man in eine Klanglandschaft ein, deren topographische Karte sich mit jedem Takt weiter erschließt.

Bleibt zu hoffen, dass K-Scope ganze Arbeit leisten und nach und nach den gesamten Backkatalog der Band veröffentlichen. Er wäre es allemal wert, von einer breiteren Schicht als bislang erforscht und genossen zu werden. Für die knallharten Fans der ersten Stunde gibt es mit einigen Akustikversionen oder Remixes wenigstens noch den einen oder anderen kleineren Kaufanreiz. Ganz groß!

Frank Scheuermann






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