Reviews

Sonic Extasy

Label: Fastball (2009)

Stellen wir uns mal vor, es hätte das ganze behämmerte Jahr 1991/92 niemals gegeben. Stellen wir uns vor, die letzte einflussreiche Band aus Seattle hätte Queensryche geheißen und nicht Nirvana. Stellen wir uns vor, Kurt Cobain hätte schon früher seinen unbestrittenen Qualitäten als Kunstschütze Vorrang vor seinen sehr überschaubaren Kompetenzen an der Gitarre gegeben. Stellen wir uns einfach vor, die völlig partyuntaugliche Grunge-Grütze wäre uns erspart geblieben. Wollt Ihr wissen, wie Rockmusik dann klingen würde? Nichts einfaher als das: Legt die neue Scheibe von Pump auf und ihr habt exakt diesen Klang: Fette Gitarren, pumpender Bass (soundmäßig für mich der Gewinner dieser Scheibe!), großer und dabei druckvoller Stimmumfang und ein absolut stabiles Drumming.

Jeder von euch, der die 80er Jahre bewusst miterlebt hat weiß, dass die großen Scheiben von Dokken, Tesla und anderen (musikalischen) Genregrößen genau das geboten haben. Mich wundert es nicht, dass Pump bereits in den Jahren 2004 und 2005 als Support für Axel Rudi Pell bzw. Queensryche ausgewählt worden sind. Die Spätzle-Hardrocker liefern auf "Sonic Extasy" eine wundervolle Melange all dessen ab, was Hardrock schon immer so attraktiv gemacht hat. In den härtesten Momenten kann man mit Heavy Metal Bands ganz locker mithalten, andererseits sind da aber auch die Killerballaden, die erwiesenermaßen keiner so gut schreiben und interpretieren kann wie Hardrocker.

Meine Favoriten sind allerdings die geradeaus abrockenden Nummern 'Ready, Aim & Fire', 'Low Life In The Fast Lane' und 'Couldn't Care Less'. Echt klasse, dieser Zeitsprung zurück in die Epoche, als wir Kerle wie die Pudel in viel zu engen Hosen (remember Zucchini?) und mit Sporen an den Cowboystiefeln durch die Rockdiscos geschlichen sind...Geil.

Frank Scheuermann






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